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Krebs-Bericht: Deshalb hat Baden-Württemberg wohl die geringste Krebssterblichkeit

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Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland - ein Bericht erfasst nun Fakten zur Krankheit | Holly Anissa Photography via Getty Images
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  • RKI veröffentlicht erstmals Krebs-Bericht
  • Zahl der Krebs-Erkrankungen hat wegen des steigenden Alters zugenommen

Krebs zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und ist nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Doch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sieht anhand eines Expertenberichts Fortschritte beim Kampf gegen Krebs in Deutschland.

"Dank unserer guten Gesundheitsversorgung leben Menschen nach einer Krebsdiagnose heute deutlich länger als vor zehn Jahren", erklärte Gröhe zur Veröffentlichung eines umfassenden Krebs-Berichts am Dienstag.

Dieser "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland" des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Instituts (RKI) ist am Dienstag erstmals veröffentlicht worden. Damit existiert erstmals eine Übersicht zu Krankheitsgeschehen, Fortschritten und künftigen Entwicklungen. Fünf Fakten aus dem ersten Bericht, die uns alle interessieren sollten.

1. Krebs-Neuerkrankungen haben sich fast verdoppelt

Das Erkrankungsrisiko nimmt bei vielen Krebsarten mit zunehmendem Alter zu - damit steigen in der älter werdenden Gesellschaft Deutschlands die Fallzahlen.

Es gab zuletzt fast doppelt so viele Neuerkrankungen wie 1970: Rund 253.000 Männer und 230.000 Frauen bekamen 2013 Krebs-Diagnosen. Während 1980 noch 193.000 Menschen an Krebsfolgen starben, waren es 2013 knapp 223.000.

2. Es gibt regionale Unterschiede - wegen der dortigen Lebensweise

Bei den Krebs-Neuerkrankungen gibt es regionale Unterschiede: Baden-Württemberg hat bei beiden Geschlechtern die niedrigste Krebssterblichkeit. Es gibt Bundesländer, deren Werte je nach Geschlecht 25 beziehungsweise 35 Prozent höher liegen.

Vermutlich an einer gesünderen Lebensweise im Südwesten, wie Andreas Stang sagte. Er ist Beiratsvorsitzender des Zentrums für Krebsregisterdaten, an dem der Bericht verfasst wurde. Baden-Württemberg sei wirtschaftlich stark, nur wenige Menschen seien arbeitslos. Solche Umstände machten sich im Lebensstil bemerkbar.

3. Lungen- und Brustkrebs sind zurückgegangen

Verbessert hat sich die Situation etwa bei Lungenkrebs bei Männern und bei Prostatakrebs. Während bei der Lunge angenommen wird, dass dies mit dem Rückgang des Rauchens zu tun hat, sehen die Fachleute bei Prostatakrebs eine geringere Erfassung als ausschlaggebend an.

Umgekehrt bei Brustkrebs: Die Daten deuten laut Bericht auf einen Rückgang von Diagnosen fortgeschrittener Tumore bei Frauen durch das Mammografie-Screening hin.

4. Gesunder Lebensstil und Früherkennung sind wichtig

Viele Krebserkrankungen lassen sich mit gesundem Lebensstil vermeiden, betonte Gröhe. Risikofaktoren, die im Bericht genannt werden, sind unter anderem Alkohol und Tabak, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie UV-Strahlung.

Dem Auftreten bösartiger Tumore in größerem Umfang ist laut Angaben nur bei wenigen Krebsarten mittels frühem Erkennen und Behandeln beizukommen. Dazu zählten Gebärmutterhals- und Darmkrebs.

5. Vier Millionen Menschen sind schon einmal an Krebs erkrankt

In mehr als 200.000 Fällen war Krebs 2013 Ursache für Arbeitsunfähigkeit, bei jedem achten Pflegefall die Begründung für die Pflege. In Deutschland leben heute rund vier Millionen Menschen, die in ihrem Leben schon an Krebs erkrankt sind.

6. Krebs-Kranke werden im Mittel 74 Jahre alt

Die Chancen variieren je nach Krebsart, Diagnose-Zeitpunkt und anderen Faktoren. Menschen, die an Krebs sterben, werden heute im Mittel etwa 74 Jahre alt - sie leben damit vier Jahre länger als noch 1980, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Patienten mit Bauchspeicheldrüsen- oder Leberkrebs haben dem Bericht zufolge aber schlechtere Chancen als zum Beispiel jene mit Hodenkrebs.

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"Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland"

Eine Grundlage sind die bevölkerungsbezogenen Krebsregister der Bundesländer, mit denen seit 2009 flächendeckend Daten erhoben werden. Diese Register sind nicht zu verwechseln mit den sogenannten klinischen Krebsregistern, die künftig Aufschluss über den Ablauf von Behandlungen geben sollen. Der Krebs-Bericht soll künftig alle fünf Jahre erscheinen.


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