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Brief offenbart abartige Anschlagspläne eines Gelsenkirchener Islamisten: "Gezielt Kinder töten"

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Ein 18-Jähriger, der sich wegen eines Bombenanschlags auf einen indischen Tempel in Essen vor Gericht verantworten muss, schlug seinen Mittätern ein Attentat auf einen Kindergarten vor (Zusammenfassung im Video oben). Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Nach Angaben der Zeitung soll er versucht haben, seinen Mittätern einen Brief zukommen zu lassen. Darin schlug er vor, Kinder zu vergiften und anschließend mit einem Fahrzeug in eine Kita zu rasen.

Mohammed Ö. sitzt zurzeit in Jugendhaft, nachdem er mit zwei weiteren Islamisten einen selbstgebauten Sprengsatz vor einem indischen Tempel platziert hatte. Dabei wurden drei Menschen verletzt.

Mohammed Ö. wollte mit vergiftetem Eis Kinder töten

Der Brief wurde während eines Berufungsverfahrens im Gericht verlesen. Das Papier wollte er seinem Mittäter Yusuf T. zukommen lassen. Doch ein Justizangestellter fand es. In dem zweiseitigen Brief soll er den 17-jährigen Yusuf T. gefragt haben: "Darf man gezielt auch Kinder töten?"

"Ich arbeite als Eismann mit meinem Eiswagen und verkaufe Eis an viele Kinder. Dürfte ich nach Scharia das Eis mit Arsen oder Warfarin würzen oder besser Strychnin, um damit Kinder zu töten?", schrieb er.

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Warfarin ist ein Gerinnungshemmer, der auch als Rattengift eingesetzt wird.

Anschließend schlug er vor, mit dem Eiswagen ein Selbstmordattentat durchzuführen. Laut "Bild" soll daneben das selbstgemalte Bild eines Lieferwagens zu sehen sein, der in ein Gebäude rast. Zudem soll er gefragt haben, ob es erlaubt sei, die Frauen der Gegner des Propheten Mohammed zu vergewaltigen.

Die Täter lernten sich über Whatsapp kennen

Yusuf T. und Mohammed Ö. platzierten gemeinsam mit einem dritten Mittäter am 16. April im Eingangsbereich eines Gebetshauses eine Bombe, die nach einer indischen Hochzeit explodierte. Dabei wurde die Eingangstür herausgerissen. Ein Priester soll laut Anklage Brandverletzungen und einen offenen Knochenbruch, zwei weitere Gemeindemitglieder Schnittwunden erlitten haben.

Alle drei Angeklagten waren zu dieser Zeit 16 Jahre alt. Derzeit sitzen sie in Untersuchungshaft. Sie sollen sich im vergangenen Jahr über soziale Netzwerke kennengelernt und sich als – nach ihrem Verständnis – gläubige Muslime im Laufe der Zeit radikalisiert haben.

Gemeinsam mit anderen Jugendlichen sollen sie eine Gruppe gebildet haben, die über WhatsApp chattete und plante, "Ungläubige" zu töten.

Die Jugendlichen seien mit der Behandlung von Muslimen durch Sikhs im nördlichen Indien nicht einverstanden gewesen, heißt es in der Anklageschrift.

Mit Material der dpa

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(ks)