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"Hart aber fair": Diese Worte Kauders sind eine Beleidigung für alle Amerikaner

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Eine Äußerung des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder in Frank Plasbergs Sendung "Hart aber fair" sorgte für hochgezogene Augenbrauen bei den anderen Talkgästen.

Es ging um die diplomatischen Beziehungen zu den USA, in denen bald Donald Trump Präsident sein wird. Der Moderator fragte, wie man sich als Diplomat verhalten solle, wenn man zum Beispiel Trumps Chefstratege Steve Bannon gegenübertritt.

Solle man ihn auf seine schwulenfeindlichen Äußerungen ansprechen? "Wie verhält man sich da?", fragte Plasberg.

Bezeichnete Kauder die USA als "Regime"?

Volker Kauders Antwort überraschte. "Es ist ja nicht so, dass wir ungeübt wären im Umgang mit Regimen, die unsere Auffassungen über Menschenrechte nicht teilen", sagte er mit ausdrücklichem Bezug auf Plasbergs Frage. Es klang so, als würde er die USA tatsächlich als "Regime" bezeichnen.

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Er sei bekannt dafür, sich weltweit für verfolgte Minderheiten einzusetzen. "Das ist kein Spaziergang, wenn ich da in China bin."

Man solle die "Interessen des eigenen Landes ansprechen, was man erwartet von einer Regierung, mit der wir nach wie vor befreundet sind." Und außerdem "offen ansprechen, was uns in bei Menschenrechten und anderen Dingen nicht behagt". Es wurde nicht klar, ob er jetzt die USA, China oder beide Länder meinte.

"Interessant, dass Herr Kauder die USA auf eine Stufe mit China stellt"

"Wer oberlehrerhaft vor einer Reise nach China oder jetzt nach Amerika erklärt, was er alles sagen will, der kann gleich zu Hause bleiben", so Kauder.

"Interessant, dass Herr Kauder die USA auf eine Stufe mit China stellt", kommentierte Özdemir diese Aussage. Dem schien augenblicklich die politische Dimension klar zu werden - und so wollte er sich nicht verstanden wissen.

"Herr Özdemir, das ist etwas billig für sie", empörte er sich. Die anderen Gesprächsteilnehmer hatten ihn aber genau so verstanden.

"Sie haben gerade gesagt, sie haben Erfahrung im Umgang mit Regimen", sagt "Bild.de"-Chef Julian Reichelt. "Ich nehme an, dass das die Regierung Trump impliziert."

"Mit unserer Geschichte - verglichen mit der amerikanischen Geschichte - sollten wir vorsichtig sein, wenn wir Amerika ein Regime nennen", sagt er.

Egal, wie Kauder seine Worte verstanden wissen wollte - von einem Profi-Politiker kann man erwarten, dass er nicht unabsichtlich eine befreundete Nation beleidigt.

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(ks)