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"Ein Déjà-vu der 30er Jahre": IfW-Ökonom warnt vor Weltwirtschaftskrise

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DENNIS SNOWER
SWITZERLAND - JANUARY 28: Dennis J. Snower, president of the Kiel Institute for World Economy, speaks during a session on day one of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, on Wednesday, Jan. 28, 2009. This year's meeting, which is titled 'Shaping the Post-Crisis World,' runs until Feb. 1. (Photo by Adrian Moser/Bloomberg via Getty Images) | Bloomberg via Getty Images
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Dennis Snower, Präsident des Kieler IfW-Instituts, warnt vor einer neuen Weltwirtschaftskrise.

"Wir erleben ein gefährliches Déjà-vu der 30er Jahre: Protektionismus, Misstrauen, Populismus", sagte Snower im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" über die Auswirkungen des Wahlsiegs von Donald Trump und anderer Ereignisse wie den Brexit.

"Strafzölle können einen Handelskrieg auslösen"

Er sieht die Gefahr eines Erkaltens der Weltwirtschaft. "Wenn alles schiefgeht, könnten Strafzölle einen Handelskrieg auslösen. China würde sich revanchieren", analysiert Snower die von Trump angekündigten Strafzölle gegen China und andere Staaten.

"Wenn es schiefgeht, könnte eine neue Weltwirtschaftskrise entstehen. Wenn die Finanzbranche durch Trumps Wirtschaftspolitik destabilisiert wird", sagte Snower, der unter der deutschen G20-Präsidentschaft ab 1. Dezember die Arbeit der Denkfabriken aus den Staaten koordiniert.

Der 66-jährige Ökonom sieht Europa in der Verantwortung. "Die EU ist das einzige Experiment transnationaler Kooperation, das über Handelspolitik hinausgeht. Europa muss der Welt die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit demonstrieren, damit sie sich verbreitet - und nicht die Abschottung à la Trump."

"Wir müssen die Menschen wieder ermächtigen"

Aber Europa habe gerade eigene Probleme. "Europa wird nur weiterbestehen, wenn es ein soziales Europa wird."

Der technische Fortschritt habe dazu geführt, dass Maschinen mehr und mehr Arbeitsplätze ersetzen. "Wenn wir nicht aufpassen, werden immer mehr Menschen entmächtigt. Gleichzeitig erzielen die Besitzer der Maschinen hohe Gewinne. Die Ungleichheit wächst und mit ihr die Wut."

Er empfiehlt der Politik, mehr in Bildung zu investieren, anstatt Sozialtransfers durchzuführen. "Die Menschen wieder ermächtigen. Durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik statt Sozialtransfers, die Menschen wieder in Arbeit bringt. Ein Grundeinkommen ist nicht ermächtigend. Es gibt einem nicht die Würde, die mit Arbeit verbunden ist."

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