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FDP-Chef Lindner: "Jahr für Jahr verliert unser Land Unternehmen"

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LINDNER
FDP-Chef Christian Lindner | Florian Gaertner via Getty Images
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  • Die Zahl der Unternehmen in Deutschland ist rückläufig
  • Schuld sei eine schlechte Gründerkultur und zu geringes Risikokapital, heißt es in einer Studie im Auftrag der FDP

Deutschlands Wirtschaft ist nach Ansicht des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner nicht für die digitale Zukunft gerüstet. "Jahr für Jahr verliert unser Land Unternehmen und zu wenige Startups finden bei uns ein Zuhause", sagte Lindner in Berlin.

Der FDP-Chef verwies dabei auf eine Studie der Handelshochschule Leipzig (HHL) im Auftrag seiner Partei, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde (im Video unten). Er fügte hinzu: "Lästige Bürokratie und zu hohe Steuern bremsen die Gründungsdynamik."

Laut der Studie wird es in Deutschland Ende des Jahres etwa 33.000 Unternehmen weniger geben als zu Beginn des Jahres. Wie schon 2015 geht die Zahl von Unternehmensneugründungen auch 2016 spürbar zurück. Mit insgesamt rund 388.000 Existenzgründungen wurden 2015 rund 12.000 oder 3,0 Prozent weniger Gründungen verzeichnet als im Jahr zuvor.

Die Autoren der Studie machen für diese Entwicklung unter anderem eine schlechte Gründerkultur in Deutschland sowie zu geringes Risikokapital verantwortlich. 79 Prozent der Befragten sagten, dass in Deutschland etwa eine "mangelnde Kultur des Scheiterns" herrsche.

"Sowohl Geldgeber als auch Gründer haben Angst vor dem Scheitern"

"Sowohl Geldgeber als auch Gründer haben Angst vor dem Scheitern", sagte HHL-Rektor und ehemaliger FDP-Bundesvize Andreas Pinkwart in Berlin. Die Folge: sinkende Zahl an Neugründungen und zu geringes Risikokapital. Bisher müssten Gründer das Risiko fast vollständig alleine schultern.

Zudem sagten fast 60 Prozent, dass die Gesellschaft Gründer häufig kritisch beäugt. Dazu komme laut Studie zu wenig Wissen über die Gründung und zu hohe Bürokratie. In Kanada betrage der bürokratische Aufwand zur Unternehmensgründung nur 1,5 Tage, in Deutschland seien es hingegen 10,5 Tage.

Bereits im Oktober warnte Robin Tech, Gründer von Atomleap und Startup-Forscher am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, im HuffPost-Interview: "Was mir Sorgen bereitet, ist, dass die wirklich großen technologischen Trends auf uns zurollen - und wir sie nicht mitgestalten."

Ein Grund dafür sieht Tech darin, dass Deutschland immer noch ein Problem mit Startups hat - auch jüngere Generationen wagen sich noch zu selten, zu gründen.

Um dem Trend entgegenzuwirken, schlagen die Autoren der HHL-Studie etwa ein einjähriges Startup-Stipendium für Studenten am Anfang ihrer Gründerphase vor.

In den ersten sechs Monaten sollen diese demnach 1200 pro Monat erhalten, in den weiteren sechs Monaten 800 Euro. So soll das persönliche Risiko bei der Unternehmensgründung verringert werden.

Mit Material von dpa

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(mf)