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Vor achtzig Jahren lief dieses Schiff an der US-Ostküste auf Grund – was mit den Passagieren passierte, bleibt bis heute ein Rätsel

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SS MORRO
Vor achtzig Jahren lief dieses Schiff an der US-Ostküste auf Grund – was mit den Passagieren passierte, bleibt bis heute ein Rätsel | Bettmann via Getty Images
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Die SS Morro Castle war ein Schiff von gigantischem Ausmaß. Fast 500 Passagiere fanden auf dem über 150 Meter langen Passagierschiff Platz, das im Jahre 1930 zu seiner Jungfernfahrt in See stach.

Reisen auf dem Kreuzfahrtschiff waren bei Passagieren beliebt: Denn sie boten den wohlhabenden Bürgern die Möglichkeit, dem tristen Alltag von Wirtschaftskrise und Prohibition zu entkommen. So wurde die SS Morro Castle zu einem regelrechten Partyschiff des frühen 20. Jahrhunderts.

Zudem war das Schiff ein technisches Meisterwerk seiner Zeit: Die Strecke zwischen New York und Havanna legte es bei günstigen Wetterbedingungen in weniger als 60 Stunden zurück.

Mysteriöses Ableben des Kapitäns

Doch nur vier Jahre nach dem, ersten In-See-Stechen kam es zur Katastrophe. Am 5. September 1934 stach die SS Morro Castle zur Reise von Havanna nach New York in See. Bereits in den Morgenstunden des 9. September lag das Schiff ausgebrannt in der Bucht der kleinen Stadt Asbury Park in New Jersey.

Was war passiert?

Die Reise der SS Morro Castle war bereits in den ersten Stunden von Komplikationen begleitet. So zeugen Aufzeichnungen von einem enormen Wellengang und starken Winden.

Am siebten September kam es dann nach dem Abendessen auf dem Kreuzfahrtschiff zu einem mysteriösen Todesfall: Kapitän Robert Wilmott klagte über Magenschmerzen und Übelkeit. Er verstarb noch am selben Abend – offenbar an einer Herzattacke.

War er vergiftet worden? Bis heute hält sich diese These hartnäckig. Alle Zeugen des Todesfalles kamen in den kommenden Stunden ums Leben.

ss morro

Versagen der Crew

Denn nachdem Chief Officer William Warms die Führung über das Schiff übernahm verschlimmerten sich die Wetterbedingungen weiter. Zwischen zwei und drei Uhr nachts brach dann ein Feuer im Frachtraum des mittleren Decks des Schiffes aus.

Der starke Wind fachte die Flammen zusätzlich an, die völlig überforderte Crew schaffte es nicht, den Brand, der sich über die hölzernen Ornamente des schicken Luxus-Liners weiter ausbreitete, zu löschen. Auch versagte das Team der SS Morro Castle dabei, einen SOS-Funkspruch zu senden.

Stattdessen trafen sie eine folgenschwere Entscheidung: Große Teile der Crew verließen mitten in der Nacht das Schiff und ließen die verängstigten Passagiere auf sich gestellt. Viele von ihnen fanden kein Rettungsboot, einige sprangen in die Wellen und brachen sich das Genick.

Zeitzeugen berichten zudem von Menschen, die aufgrund der enormen Hitze regelrecht am Boden des Schiffes festschmolzen. So kamen 86 Passagieren und 50 Crewmitglieder ums Leben. Das Schicksal vieler Menschen, die sich an Bord befanden, bleibt unerklärt.

Wer hatte das Feuer gelegt?

In den Morgenstunden tauchte das ausgebrannte Wrack an der Küste auf. Besonders das Schicksal des Kapitäns Willmott stellte die Bürger von Asbury Park, die noch versuchten Passagiere aus den Fluten zu retten, vor ein Rätsel.

Denn bei der ersten Schiffsbegehung wurde der Verstorbene nicht gefunden. Erst später bei einer weiteren Durchsuchung des Schiffes tauchten auf einmal die Gebeine eines Menschen auf.

Was dagegen mit Sicherheit feststellt worden: Jemand hatte offenbar während der Fahrt Feuer gelegt. Denn der Brand war an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen.

Der zunächst als Held gefeierte erste Funker des Schiffes, George White Rogers, Jr., der es als einziger schaffte, ein SOS-Signal zu funken, geriet bald ins Kreuzfeuer der Medien. Denn ihm konnte eine kriminelle Vergangenheit nachgewiesen werden. Auch Brandstiftungs-Delikte waren darunter.

Seine Schuld konnte nie endgültig festgestellt werden. Selbst beteuerte er einmal im alkoholisierten Zustand, den Brand gelegt zu haben. Beobachter spekulieren, ob er sich bei seinem Arbeitgeber für die offenbar schlimmen Arbeitsbedingungen an Bord rächen wollte.

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(ks)