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Neuer HIV-Impfstofftest soll Durchbruch in der Prävention bringen

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SOUTH AFRICA HIV
Südafrika hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten. In dem Land wird der neue Impfstoff jetzt auf die Probe gestellt. | Rupak De Chowdhuri / Reuters
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  • Die erste Testrunde für eine neue HIV-Impfung beginnt in Südafrika
  • HIV-Impfung ist laut Experten der einzige Weg, um die Infektionsrate zu senken

18,2 Millionen Menschen weltweit nehmen im Jahr 2016 Medikamente, um den HI-Virus im Zaum zu halten - doch die Infektionsraten steigen weiterhin.

Zwar hat sich die Behandlung durch Medikamente, die den Virus unterdrücken, verbessert. Doch als beste Chance, HIV als Epidemie einzuschränken, gilt eine erfolgreiche Impfung.

Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" jetzt berichtet, gibt es nun Pläne für die Erprobung eines neuen Impfstoffes in Südafrika.

Bescheidener Erfolg bisher

Vor sieben Jahren wurde der Impfsatz RV144 erstmals in Thailand erprobt. Er bleibt seitdem die einzige Impfung, die einen optimistischen Erfolg aufweisen konnte.

Über 16.400 Thailänder wirkten an dem Test mit. Ein Teil wurde dafür geimpft, der andere erhielt eine Placebo-Spritze. Nach der dreijährigen Laufzeit des Versuches waren 125 Menschen infiziert, 51 von ihnen waren mit RV144 geimpft worden.

Linda-Gail Bekker, Präsidentin der "International AIDS Society", hielt RV144 für einen großen Erfolg. Denn zum ersten Mal schien ein Impfstoff möglich.

Die Untersuchung in Thailand bezog sich laut Anthony Fauci, Direktor des "National Institute of Allergy and Infectious Diseases", allerdings nur auf Menschen, die ein geringes Risiko zu erkranken besaßen. Für langfristigen Erfolg muss sich der Impfstoff jedoch auch in einem hohen Risikogebiet, wie eben Südafrika, beweisen.

Neue Chance in Südafrika

Deshalb steht die modifizierte Version von RV144 nun in Südafrika auf dem Prüfstand. Von HVTN702 versprechen sich die Experten größere Erfolge. Zwei Drittel der Teilnehmer werden Frauen sein, die sich im getesteten Alter zwischen 18 und 35 öfter mit HIV infizieren als Männer. Die Laufzeit des Versuches ist ebenfalls auf drei Jahre angesetzt. 5.400 Teilnehmer sind bisher geplant.

"The Guardian" meldet, dass das Team um HVTN702 nun eine Erfolgsrate von 50% bis 60%, statt 31% wie in Thailand, anstrebt.

"Natürlich hätten wir gerne eine Effektivität von 90%, aber das ist wohl zu viel verlangt, wenn man die Komplexität von HIV und der Antwort des menschlichen Immunsystems darauf in Betracht zieht", so Fauci.

Gemeinsam mit anderen Strategien der Prävention, wie Kondomen, medikamentösen Behandlungen und Beschneidungen, hoffen die Forscher auf einen Impfstoff, der mindestens zu 50% effektiv ist, um eine eine Infizierung einzuschränken zu können. "Beim Erreichen dieser monumentalen Zahl wäre HIV die erste Epidemie, die mit einer Impfung eingeschränkt würde", so Bekker.

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(mf)