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Frankreich-Experte: Wieso Fillon Le Pen schlagen wird und trotzdem gefählich für Europa ist

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Bundeskanzlerin Angela Merkel | JOHN MACDOUGALL via Getty Images
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Kaum hat Frankreichs bürgerliche Rechte François Fillon mit großer Mehrheit zu ihrem Präsidentschaftskandidaten erklärt, wird er bereits als Favorit in den Umfragen gehandelt.

Gleich zwei Wählerbefragungen sehen Fillon vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Das dürfte im Kanzleramt für Erleichterung sorgen: Lange Zeit lag die EU-feindliche Le Pen in den Umfragen vorne.

Doch auch Fillon dürfte kein leichter Partner für Kanzlerin Angela Merkel werden. Davor zumindest warnt der Frankreich-Forscher Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg.

"Le Pen hat ein Problem, mit dem sie nicht gerechnet hat"

"Fillon wäre für die Bundesregierung deutlich berechenbarer als Le Pen an der Spitze Frankreichs", sagt Baasner im Gespräch mit der Huffington Post. Ihn kenne die Bundesregierung, er sei kein Feind der EU. "Aber auch Fillon wäre für Merkel ein schwieriger Partner", sagt Baasner.

Fillon stehe für das Europa der Vaterländer und möchte die Rechte der Europäischen Kommission beschneiden. "Fillon würde nicht zulassen, dass Frankreich weitere Rechte nach Brüssel abgibt. Während Merkel für mehr Zusammenarbeit auf EU-Ebene wirbt, steht Fillon für nationale Souveränität."

"Zu den großen Verlierern zählt der Populismus"

Baasner sieht gut Chancen, dass sich Fillon gegen die Rechtspopulistin durchsetzt.

"Le Pen hat jetzt ein Problem, mit dem sie nicht gerechnet hat. Sie hat ihren Erfolg zum Teil den Altkatholiken zu verdanken. Diese Wähler könnte Fillon ihr abjagen", sagt Baasner. Fillon habe sich in seinem Wahlkampf auf religiöse Werte berufen. Es sei das erste Mal seit langer Zeit, dass sich das "katholische Frankreich in einer Wahl deutlich zu Wort gemeldet hat."

Zu den großen Verlierern der Vorwahl zählt der Frankreich-Forscher den Populismus in dem Land.

"Der Wahlsieg Trumps hat Frankreich offenbar abgeschreckt. Fillon ist sprachlich kontrolliert, er argumentiert besonnen – ganz anders als zum Beispiel Sarkozy", sagt Baasner. "Es ist schön, dass sich die Wähler nicht nach unten, sondern oben ziehen lassen. Wenn sich das bis zur Wahl durchhält, ist es ein gutes Zeichen.“

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