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Seehofer und Merkel verstehen sich jetzt angeblich besser

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SEEHOFER MERKEL
Horst Seehofer und Angela Merkel | dpa
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Eigentlich ist es eine gute Nachricht: CSU-Chef Horst Seehofer sagte der „Bild am Sonntag“, dass sich die Schwesterparteien CSU und CDU wieder näher gekommen seien. Wörtlich sprach Bayerns Ministerpräsident von einer „erfreulichen Entwicklung“.

Nach seinen letzten persönlichen Gesprächen mit Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hätten sich aus seiner Sicht „durchaus große konkrete Schnittmengen zwischen den Unionsparteien bei der Steuer, der Rente und bei der Flüchtlingsfrage“ ergeben. Konkret „eine klare Begrenzung der Zuwanderung, eine Steuersenkung in zweistelliger Milliardenhöhe und weitere Verbesserungen bei der Rente“.

Das ist zwar keine Liebeserklärung an die Kanzlerin, aber durchaus, um im Bild zu bleiben, das Angebot, nach langem Familienkrach wenigstens wieder einen Alltag miteinander zu versuchen.

Chance auf Politik für Deutschland statt Parteipolitik

Das heißt, es gibt die Chance, dass sich die zuletzt arg verkrachten Parteien vielleicht wieder um Inhalte kümmern statt um Befindlichkeiten.

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So sollen die CSU-Landesgruppenchefin im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, zum CDU-Parteitag im Dezember fahren. Das ist deswegen erwähnenswert, weil Hasselfeldt zwar als ausgleichend gilt, Scheuer dagegen als Scharfmacher. Weil Seehofer selbst wegen des Streits nicht teilnehme wolle und Merkel kürzlich sogar vom CSU-Parteitag ausgeladen hatte.

Harmonie muss erstmal bewiesen werden

Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: Das Verhältnis zwischen Seehofer und Merkel war in den vergangenen Monaten derart wechselhaft, dass die Parteien jetzt erstmal beweisen müssen, dass sie zusammenarbeiten können, bis man es wirklich glauben mag. Echte Harmonie sieht anders aus.

Was ein Gelingen wahrscheinlicher macht als Seehofers Beteuerungen: die Tatsache, dass CSU und CDU wenig anderes übrig bleibt, als sich zusammenzuraufen, wenn sie die Bundestagswahl 2017 nicht verlieren wollen.

Man kennt solche Arrangements. In anderem Kontext nennt man sie Zweckehe.