Huffpost Germany

So will Schweden gegen die Wegwerf-Mentalität vorgehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCRAPYARD WASHING MACHINE
Schweden senkt die Steuern auf Reparaturen - um gegen die Wegwerf-Mentalität vorzugehen (Symbolbild) | Ryan Pyle via Getty Images
Drucken
  • Schweden will mit Steuersenkungen auf Reparaturen gegen die "Wegwerf-Gesellschaft" kämpfen
  • Das ist Teil eines umfangreichen Maßnahmenpakets, über welches das Parlament im Dezember abstimmt
  • Das Verbraucherministerium erhofft sich, damit auch den Arbeitsmarkt anzukurbeln

Was nicht mehr funktioniert, wird weggeschmissen. Statt kaputte Dinge reparieren zu lassen, ist es manchmal günstiger, einfach Ersatz zu kaufen. So entsteht unnötiger Schrott, der entsorgt werden muss und die Umwelt belastet.

Gegen diese Wegwerf-Mentalität will Schweden nun vorgehen. Die Reparatur einer Waschmaschine oder eines Fahrrads soll laut dem schwedischen Verbraucherministerium billiger werden.

Die Mehrwertsteuer auf Reparaturen von Fahrrädern, Kleidung oder Schuhen soll um die Hälfte gesenkt werden. Wer einen Handwerker ins Haus kommen lässt, um seine Waschmaschine oder den Kühlschrank reparieren zu lassen, zahlt künftig ebenso weniger für die Arbeitsstunde.

Umfangreiches Maßnahmenpaket

"Das soll einen Anreiz geben, seine Dinge reparieren zu lassen, anstatt sie wegzuwerfen und neu zu kaufen", sagte der zuständige Verbraucherminister Per Bolund der Deutschen Presse-Agentur. "Viele Menschen sagen, dass sie gern nachhaltiger konsumieren möchten." Ihnen fehle nur das Werkzeug dazu.

Mehr zum Thema: Freiburg erklärt Wegwerfbechern den Krieg - und will sie mit einem einfachen System ersetzen

Die Strategie des Verbraucherministeriums ist Teil des Haushalts, der im Dezember zur Verabschiedung ansteht. Stimmt das Parlament zu, tritt zum Jahreswechsel ein umfangreiches Maßnahmenpaket in Kraft, das das Konsumverhalten ändern soll.

Allein für die Steuererleichterungen hat die Regierung umgerechnet 76,5 Millionen Euro eingeplant.

Positiver Effekt auf den Arbeitsmarkt

Diese Ausgaben könnten sich für Schweden aber lohnen. Die Steuererleichterungen sollen nämlich den Arbeitsmarkt ankurbeln. Bolund ist sich sicher: "Wir glauben, dass diese Branche mehr zu tun bekommt. Also werden mehr Menschen in diesem Bereich arbeiten, und die wiederum zahlen Einkommensteuer."

Auch den Handel mit Gebrauchtwaren will die Regierung fördern. Immer mehr Menschen wollten "second-hand" kaufen, meinte Bolund. Eine Gruppe erarbeite zurzeit, ob Projekte wie Carsharing und Mitfahr-Angebote auf andere Bereiche ausgedehnt werden können.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Die Sharing-Dienste haben einen umweltfreundlichen Nebeneffekt: Wer ein Auto borgen müsse, statt ein eigenes vor der Tür stehen zu haben, fahre oft weniger Auto.

Etwa 4,3 Millionen Euro sollen bis 2020 außerdem in den Aufbau einer Informationsplattform investiert werden. Die soll gute Beispiele für umweltfreundliches Handeln vorstellen. Forscher, Industrievertreter, Politiker und die Menschen im Land könnten sich darüber vernetzen.

Sehr viel Unterstützung

Dieses Rundum-Paket der Regierung stoße insgesamt auf viel positives Echo, sagte der Verbraucherminister: "Wir bekommen sehr viel Unterstützung."

Er sei selbst überrascht, dass so viele Menschen dies als wichtiges Thema ansehen. "Es ist eine Gelegenheit, unser Verhalten zu ändern und gleichzeitig der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt neue Impulse zu geben."

Auch auf HuffPost:

Psychologin erklärt, warum wir gute Nachrichten brauchen

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

Das ist gar nicht schwer. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org stellt die Huffington Post Projekte vor, die jeder von Euch unterstützen kann.

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. zum Beispiel setzt sich mit einem Projekt in Kenia für den Schutz und die Aufzucht von Elefantenbabys ein.

Denn noch immer werden ausgewachsene Elefanten wegen ihrer kostbaren Stoßzähne gejagt und getötet. Zurück bleiben verstörte Jungtiere, die auf sich allein gestellt sind und nicht überleben würden.

Die Elefantenbabys benötigen teure tierärztliche Versorgung und Verpflegung über mehrere Jahre, um schließlich wieder in die Wildnis entlassen werden zu können. Nach ihrem Aufenthalt im Waisenhaus sind die ausgewachsenen Tiere in der Lage, sich in bestehende Elefantenherden zu integrieren.

Unterstütze jetzt die Aktionsgemeinschaft Artenschutz bei ihrer Arbeit im Waisenhaus für Elefantenbabys auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(mf)