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Frankreichs Republikaner küren heute ihren Kandidaten: Warum das so spannend ist

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Frankreichs Republikaner küren heute ihren Kandidaten: Warum das so spannend ist | dpa
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Was am heutigen Sonntag in Frankreich passiert, ist mehr als eine bloße Parteiveranstaltung der Republikaner. Es ist eine "Schicksalswahl", wie die "Süddeutsche Zeitung" es nennt.

Denn Les Rébulicans küren nicht nur ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl im kommenden Jahr. Die über vier Millionen Anhänger der bürgerlichen Rechten bestimmen aller Voraussicht nach, wie sich Europa verändern wird.

Der Kandidat der Konservativen hat nämlich gute Chancen, bei der Wahl im April und Mai in die entscheidende Stichwahl zu gelangen – und dort zu gewinnen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach muss er gegen die Rechtspopulistin und Europagegnerin Marine Le Pen von der Front National (FN) antreten. Für die Zukunft der EU wird also prägend sein, ob die Konservativen mit einem Kandidaten überzeugen können, der Le Pen schlagen kann.

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Die Wahllokale werden um 19.00 Uhr schließen. Zur Wahl stehen zwei frühere Premierminister:

François Fillon

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Der 62-jährige Staatsrechtler gilt als Favorit. Dass er in die engere Wahl gekommen war, hatte viele überrascht. Fillon galt lange als "dritter Mann" oder "Mister Nobody" ohne große Chancen. Doch in der ersten Runde der Wahlen war Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy nur auf dem dritten Platz gelandet und ausgeschieden. Fillon erhielt 44 Prozent der Stimmen.

Fillon war unter dem damaligen Präsidenten Sarkozy von 2007 bis 2012 Regierungschef. Der Vater von fünf Kindern setzt auf traditionelle Werte. Das kommt bei konservativen Wählern gut an, insbesondere in der Provinz. Im Wahlkampf verteidigte er sich gegen Vorwürfe, er stelle das Recht der Frauen auf Abtreibung in Frage. Stimmt nicht, das Thema werde er nicht anrühren, entgegnete er in dieser emotional geführten Debatte.

In der Außenpolitik will Fillon ein Verbündeter der USA bleiben, gleichzeitig aber die Beziehungen zu Russland stärken. Das riesige Land müsse enger an Europa gebunden werden, lautet sein Credo.

Alain Juppé

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Juppé war in der ersten Wahlrunde auf knapp 29 Prozent der Stimmen gekommen. Der 71 Jahre alte Bürgermeister von Bordeaux und Ex-Premier des damaligen Präsidenten Jacques Chirac will es nach vielen Karrierestationen und Rückschlägen noch einmal wissen.

Sein Traum: Vom Élyséepalast aus sein wirtschaftlich schwächelndes Vaterland wieder zu neuer Größe zu führen.

Sein staatsmännisches Auftreten und sein abgeklärter Stil kamen gut an, lange führte er in den Umfragen. Er gibt sich als Versöhner, der zwar reformieren will - aber ohne Brutalität. Die ganz große Begeisterung an der konservativen Basis kam aber letztlich nicht auf.

Juppé kennt Rückschläge zur Genüge. 2004 verließ er die politische Szene, nachdem er im Zusammenhang mit einer Parteispendenaffäre zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Er zog sich damals für einige Zeit nach Kanada zurück.

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(ll)