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Diese zwei Dinge halten gute Mitarbeiter davon ab zu kündigen

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WORKER SMILE
Smiling businesswoman in office | Hero Images via Getty Images
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Wenn gute Mitarbeiter ihre Kündigung einreichen, bieten ihnen die Vorgesetzten meist eine Gehaltserhöhung, um sie doch noch im Unternehmen zu halten. Das ist möglicherweise der falsche Ansatz: "Die Leute bleiben nicht wegen des Geldes", sagt Laszlo Bock im Interview mit der amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenseite "Bloomberg".

Laszlo Bock ist Senior Vice President der Personalabteilung von Google und wurde 2010 vom "HR Resources Magazine" zum "Personalchef des Jahres" gekürt. Er hat das Buch "Work Rules!" veröffentlicht, in dem er erklärt, wie man gute Mitarbeiter finden und halten kann. Immerhin arbeiten bei Google noch immer die ersten 100 Mitarbeiter, die eingestellt wurden - in der heutigen Arbeitswelt eine Seltenheit.

Laut Bock gibt es zwei entscheidende Dinge, die Chefs beachten müssen, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht verlieren wollen:

1. Sie sollten sich gut mit ihren Kollegen verstehen

Das ist wichtig, weil die Teamarbeit funktionieren muss. Dafür sollten die Kollegen alle motiviert sein und gut arbeiten können - und deshalb achtet Google sehr genau darauf, welche Leute sie einstellen. Bewerber müssen einen langwierigen Einstellungsprozess durchlaufen, wobei sie nicht nur von ihren zukünftigen Chefs, sondern auch von ihren zukünftigen Kollegen bewertet werden.

Dabei genießen die Angestellten von Google nicht nur beim Einstellungsprozess Mitspracherechte, sondern auch mehr Freiheiten, um ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können. Bock hat dafür viele Studien analysiert und ist laut "Handelszeitung" zu dem Ergebnis kommen:

"Das Einzige, was immer funktioniert, ist, den Mitarbeitern Freiheit zu geben. Und zwar konkret, indem man Teams erlaubt, sich selbst zu organisieren, ihre eigenen Ziele und Produktivitätskennzahlen festzulegen."

2. Sie sollen Sinn in ihrer Arbeit erkennen

Vor allem junge Leute wollen sich durch ihre Arbeit auch selbst verwirklichen oder zumindest einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen. Bock ist der Meinung, dass es die Produktivität steigere, wenn die Mitarbeiter das Gefühl hätten, etwas sinnvolles zu tun. Eine Langzeitstudie am Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften der Fachhochschule Köln gibt ihm recht:

Die Wissenschaftler befragten 5.000 Mitarbeiter aus 30 deutschen Unternehmen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Se fanden heraus, dass eine sinnvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit die Arbeitnehmer eher in einem Unternehmen hielt als eine gute Bezahlung.

Die kostenlosen Gourmet-Essen, Fitnessstudios und Massagen sowie die sorgsam eingerichteten Büroräume sind übrigens kein wichtiges Kriterium, um gute Mitarbeiter zu halten - sonder eher ein Lockmittel, wie Bock zugibt.

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