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Die Kino-Tipps im Dezember: "Sully", der Film über den heldenhaften Piloten Sullenberger

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Ungleiche Heldentruppe: In

Wie im vergangenen Jahr (und wohl noch in vielen kommenden) steht der Dezember ganz im Zeichen der Sternenkriege. Mit "Rogue One" bringt Disney den innig erwarteten Ableger zu "Star Wars" ins Kino und wird Jedi-Fans weltweit in selbiges treiben. Wer hingegen auf heldenhafte und reale Bruchpiloten steht, für den hat Clint Eastwood seinen neuen Film "Sully" gleich zu Beginn des Monats parat. Und dann wären da noch trällernde Tiere, fleischgewordene Videospiel-Meuchelmörder und nachtaktive Hollywood-Stars...

"Sully", 1. Dezember

Den Trailer zu "Rogue One" können Sie sich bei Clipfish ansehen

Ganz klar: Chesley "Sully" Sullenberger (Tom Hanks) und sein Copilot Jeff Skiles (Aaron Eckhart) sind Helden. Immerhin haben sie es geschafft, eine gut besetzte Passagiermaschine trotz des Ausfalls beider Triebwerke sicher zu landen - auf dem Hudson River in New York! Wer kann sich nicht an die unglaublichen Bilder von 2009 erinnern? Und trotzdem muss ausgerechnet der Meisterpilot nach der Aktion um seine Pension bangen. Doch was könnte es an dem Wunder ohne Todesopfer zu mäkeln geben? Nun, die Fluggesellschaft will herausgefunden haben, dass das Flugzeug durch den Vogelschlag gar nicht derart stark beschädigt worden sein soll, wie es Sully so vehement behauptet. Hätte er die Maschine ganz einfach zurück zum Flughafen manövrieren können?

Einschätzung:

Ein spektakuläres Manöver mit einem Flugzeug, bei dem der Pilot als Held hervorgeht und dennoch an den Pranger gestellt wird - das gab es im Jahr 2013 natürlich bereits mit dem sehenswerten Film "Flight" mit Denzel Washington. Doch Regisseur Clint Eastwood hat für seinen Streifen "Sully" ein besonderes Ass im Ärmel, das ihm trotz ähnlicher Story den deutlichen Vorteil gibt: die Realität. Schon mit "American Sniper" bewies Eastwood, dass er oscarreif die (vermeintlichen) Helden des wahren Lebens porträtieren kann. Mit Tom Hanks in der Titelrolle dürfte da wenig bis gar nichts schiefgehen können und ein sicherer Blockbuster landen.

"Sing", 8. Dezember

Das Theater des Koalas Buster Moon (Original: Matthew McConaughey, Deutsch: Daniel Hartwich) steht kurz vor dem Ruin. Als letzte Verzweiflungstat, um es zu retten, veranstaltet er gemeinsam mit seinem besten Freund Eddie (John C. Reilly/Olli Schulz) einen Gesangswettbewerb. Tatsächlich lockt die Veranstaltung allerhand illustre Kandidaten an, etwa den rappenden Gorilla Johnny (Taron Egerton/Patrick Baehr), die alleinerziehende Schweine-Mutter Rosita (Reese Witherspoon/Alexandra Maria Lara), die schlitzohrige Maus Mike (Seth MacFarlane/Klaas Heufer-Umlauf) und Stachelschwein-Dame Ash (Scarlett Johansson/Stefanie Kloß).

Einschätzung:

Die Thematik des Films "Sing" macht es natürlich unabdingbar, dass Kinogänger etwas mit Musicals anfangen können - denn hier wird viel gesungen. Die Besetzung und ihr jeweils deutsches Pendant zeigt auch, dass zwar namhafte Stars verpflichtet wurden, ein Daniel Hartwich wird sich aber wohl schwer tun, an Oscarpreisträger Matthew McConaughey heranzureichen. Vielleicht bietet sich der Film daher als kleine Englisch-Stunde für die Kids an?

"Rogue One - A Star Wars Story", 15. Dezember

Das war es dann wohl für die seit Jahren aufopferungsvoll gegen das Imperium kämpfenden Rebellen. Schließlich haben die Schergen des Imperators nicht nur Darth Vader auf ihrer Seite, sondern einen ganze Planeten zerstörenden Todesstern fertigstellen können. Doch Verzweiflung ist bekanntlich der Quell des Mutes und so obliegt es einer kleinen Gruppe unter der Leitung von Jyn Erso (Felicity Jones), die Pläne der Superwaffe zu stehlen und so den Rebellen zu ermöglichen, nach Schwachstellen der Konstruktion zu suchen. Und das Unglaubliche: Wie "Star Wars" lehrte, soll es den Teufelskerlen mit ausgeprägtem Todeswunsch tatsächlich gelingen. Doch zu welchem Preis?

Einschätzung:

"Rogue One" hat eine schwere Aufgabe zu erfüllen - einerseits das bekannte und geforderte "Star Wars"-Feeling zu verbreiten, andererseits eine gänzlich neue Heldentruppe vorstellen zu müssen. Zudem ist der übergeordnete Ausgang der Mission bereits seit 1977 jedem "Star Wars"-Jünger bestens bekannt: "Viele Bothaner erlitten den Tod, um uns diese Information zu bringen", hieß es damals. Es wird sehr wichtig sein, dass es Regisseur Gareth Edwards gelingt, den Zuschauern das Schicksal der frischen Charaktere bedeutsam zu machen - glaubt man den Eindrücken der bisherigen Trailer, ist es ihm gelungen.

"Nocturnal Animals", 22. Dezember

Die Galeristin Susan (Amy Adams) und ihr Mann Hutton (Armie Hammer) leben ein gesichertes, aber nicht sonderlich spannendes Leben. Doch das soll sich ändern, denn eines Tages bekommt Susan Post von ihrem Ex Edward (Jake Gyllenhall). Als sie ihm das Herz brach, war er noch ein junger, aufstrebender Schriftsteller. 20 Jahre ist das nun bereits her, warum also schickt er ihr ein Manuskript mit dem Titel "Nocturnal Animals" ("Nachtaktive Tiere")? Als sie beginnt, sich Schritt für Schritt durch das vermeintlich fiktive Buch zu wühlen, wird ihr allmählich klar, wieso ausgerechnet sie ein Exemplar erhalten hat. Denn die Geschichte ist ganz eng mit ihrer einstigen Beziehung zu Edward verknüpft - und die endete nicht gut...

Einschätzung:

Ein packender Thriller mit vielen Irrungen und Wirrungen, gepaart mit einem klasse Cast um Amy Adams, Michael Shannon und Jake Gyllenhaal: "Nocturnal Animals" hat nicht nur all das, sondern sieht dank der wunderschönen Regiearbeit von Tom Ford auch noch herausragend aus. Wer gerne bis zum Schluss rätselt und auf Suspense steht, für den bietet "Nocturnal Animals" beste Unterhaltung.

"Assassin's Creed", 27. Dezember

Dank einer an Magie grenzenden Technologie, die genetische Erinnerungen entschlüsselt und so zugänglich machen kann, schlüpft Callum Lynch (Michael Fassbender) direkt in die Haut seines Vorfahren Aguilar, der im Spanien des 15. Jahrhunderts lebte - und meuchelte. Denn Callum muss feststellen, dass er von einem mysteriösen Assassinen-Geheimbund abstammt. Doch wie wird er entscheiden, die neu erlernten Fähigkeiten seines Vorfahren einzusetzen? Für das Gute, oder das Böse?

Einschätzung:

Für gewöhnlich ertönen bei Cineasten sofort sämtliche Alarmglocken, wenn es eine weitere Videospiel-Verfilmung in die Kinos schafft. Denn mit wenigen Ausnahmen wie dem ersten "Silent Hill"-Teil sind diese zwar oft kommerziell erfolgreich, erzählerisch und dramaturgisch aber ein filmischer Offenbarungseid. Für "Assassin's Creed" spricht allerdings der Hauptdarsteller: Michael Fassbender steht für anspruchsvolles Kino der Marke "Shame" ebenso, wie für bambastische Blockbuster à la "X-Men". An ihm sollte es demnach nicht scheitern, ebenso wenig am Regisseur, der entgegen des Genres nicht Uwe Boll heißt.