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Anja Schüte über David Hamilton: "Er war nie ungebührlich"

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David Hamilton - fotografiert im Jahr 2006 auf Saint Tropez

Kitschige Bilder von nackten oder leicht bekleideten jungen Mädchen machten David Hamilton (1933 - 2016) berühmt. Jetzt ist der britische Fotograf tot in seiner Pariser Wohnung aufgefunden worden. Die Ermittler gehen von einem Selbstmord aus. Der Grund dahinter könnten die Vergewaltigungsvorwürfe seines ehemaligen Models Flavie Flament (42) sein. Diese hatte kürzlich ihr Buch "La consolation" veröffentlicht und darin erklärt, dass ein weltberühmter Fotograf sie im Alter von 13 Jahren sexuell missbraucht habe. Später nannte sie Hamilton beim Namen. Die deutsche Schauspielerin Anja Schüte (52), die dem Fotografen ihre Karriere zu verdanken hat, kann dieses Bild von Hamilton nicht bestätigen.

"Ich kannte ihn als Menschen, der Gewalt verabscheut und sehr feingeistig ist", erklärt Schüte im Gespräch mit "Bild am Sonntag". "Er hat mir die Welt gezeigt, aber mich nie ungebührlich behandelt." Allerdings seien bei ihren Reisen mit Hamilton auch immer ihre Eltern dabei gewesen. Sie habe trotzdem nie "von einem Mädchen gehört, dass Hamilton es belästigt hätte", so die Schauspielerin, die ihren Durchbruch mit Hamiltons Film "Zärtliche Cousinen" von 1980 feierte. "Er hat mich entdeckt. Ich habe drei Filme mit ihm gemacht. So viele wie kein anderes Mädchen."

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Hamilton war am Freitagabend tot in seiner Wohnung in Paris aufgefunden worden. Der 83-jährige Brite lebte dort eigentlich zurückgezogen von der Öffentlichkeit, in die Schlagzeilen war er zuletzt durch die Anschuldigungen Flaments geraten. Nachdem diese die angebliche Vergewaltigung öffentlich gemacht hatte, hatten sich drei weitere Frauen gemeldet, die nach eigenen Aussagen ebenfalls von Hamilton missbraucht worden waren.

In einem Statement hatte Hamilton bestätigt, Flament zwar fotografiert zu haben, er habe sich aber nichts zuschulden kommen lassen. Er werde rechtlich gegen die französische Moderatorin vorgehen wollen. Wie die "BamS" berichtet, ließ Flament durch ihre Verlegerin nun verlauten, dass sie vom Tod des Fotografen zwar schwer getroffen sei, doch dass "das Entsetzen über diese Neuigkeit" niemals "die Qualen der schlafenlosen Nächte der Opfer auslöschen" könne.