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Die AfD-Bayern benutzte sein Gesicht – "Heute Show"-Reporter van der Horst schlägt zurück

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"Heute Show"-Außenreporter Lutz van der Horst vor dem Parteitag der AfD Bayern | Screenshot/ZDF
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Dem Komiker Lutz van der Horst gefiel das gar nicht: Die AfD Bayern verwendete sein Gesicht für ein Plakat, mit dem für die Aufhebung der Rundfunkgebühren geworben wird. Ohne ihn zu fragen.

Das ließ der Satire-Außenreporter der ZDF-"Heute Show" natürlich nicht auf sich sitzen: "Die AfD hat mein Gesicht geklaut. Ich hole es mir zurück", sagte er kämpferisch in einem Einspieler zu seinem Beitrag für die "Heute Show" am Freitag.

Anwalt: "Das ist nicht zulässig"

Bevor van der Horst Mitglieder der Partei direkt auf deren Parteitag in Bayern konfrontierte, holte er sich noch rechtlichen Beistand von Medienanwalt Martin Diesbach.

"Sie können entscheiden, was mit Ihrem Bild passiert. Insbesondere, wenn es sich um Werbung handelt. In diesem konkreten Fall halte ich das für zulässig", gab der Anwalt dem Satiriker Recht.

Wegen der Verletzung der Rechte an seinem Bild fragte van der Horst den Anwalt außerdem, wie viel Geld er mit einer Klage rausholen könnte. 2000 bis maximal 5000 Euro meinte Diesbach. Natürlich wollte van der Horst die maximale Summe abstauben. 5300 Euro und "ein paar Zerquetschte" - das klinge echter - waren es am Ende.

"Dann weiß ich mal, wie sie sich fühlen"

So machte sich van der Horst auf seine Mission und fuhr zum Parteitag der AfD Bayern, um die Mitglieder dort mit der Rechtsverletzung zu konfrontieren – und um das Geld selbst einzutreiben.

Angekommen auf dem Parteitag, beschwerte sich van der Horst bei den AfD-Mitgliedern, die vor dem Eingang der Halle warteten, in der der Parteitag stattfinden sollte. Seitdem es die Werbung gebe, werde er beschimpft und angespuckt, sagte der Außenreporter der "Heute Show".

"Das kennen wir nicht anders", versuchte ihn ein Parteimitglied zu trösten. "Dann weiß ich mal, wie sie sich fühlen", sagte van der Horst darauf grinsend.

Ein Mann machte prompt ein Foto von van der Horst. Der zögerte nicht lange und steckte ihm eine Rechnung in die Kapuze. Ohne Erfolg. Als ein anderes Mitglied der AfD ihm jedoch einen zerknitterten Fünf-Euro-Schein in die Hand drückte, freute sich der Reporter. "Das ist schon einmal nicht schlecht", meinte er.

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Am Ende kam er auf sieben Euro und zehn Cent. Das war natürlich Welten von den über 5300 Euro entfernt, die sich van der Horst doch erhofft hatte. Mit diebischer Freude klebte er deshalb "Pfandsiegel" wahllos an Autos und Sonnenschirme.

Den Parteitag selbst konnte van der Horst am Ende nicht besuchen. "Die AfD ist für echte Freiheit. Pressefreiheit gehört da anscheinend nicht dazu", kommentierte er den verwehrten Zutritt.

Am Ende schmiss er die eingesammelten Sieben Euro und Zehn Cent auf den Boden. Solche "Kleckerbeträge" habe er dank der Gebühren schließlich nicht nötig.

In der Mediathek des ZDF könnt ihr euch die Sendung vom Freitag ansehen.

Zwischen Armselig und gut

Dieser satirische Beitrag wird AfD-Mitglieder sicherlich nicht überzeugt haben, dass Rundfunkgebühren auch sinnvolle Investitionen sein können. Einige Zuschauer beschwerten sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter über die Schelte der AfD, die einen Großteil der Sendung einnahm.

Auch der Außeneinsatz von van der Horst wurde kritisiert. "Richtig armselig", schrieb dieser Nutzer auf Twitter.

Andere Zuschauern lobten die Show aber. Diesem Nutzer gefiel die Aktion von van der Horst:

"Oh mein Gott ist die 'Heute Show' diesmal gut", schrieb eine andere Nutzerin über die Sendung insgesamt.

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(sk)