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Manipulierte Wahlen? US-Politikerin erzwingt Nachzählung der Stimmen

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ELECTION MACHINE
Ein Mitarbeiter einen Wahllokals prüft einen Stimmzettel während der US-Wahl 2016 | David Ryder / Reuters
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  • Die Grünen-Bewerberin Jill Stein hat im Bundesstaat Wisconsin offiziell eine Nachzählung der Stimmen der US-Wahl beantragt
  • Rein rechnerisch könnte Clinton durch Nachzählungen noch gewinnen
  • Aber selbst Stein zweifelt, dass das Ergebnis sich ändern wird

Der schmutzige US-Wahlkampf ist vorbei, doch die USA kommen nicht zur Ruhe. Zuletzt verbreiteten Informatiker, die Wahl könnte großangelegt manipuliert gewesen sein.

Jetzt werden im Bundesstaat Wisconsin tatsächlich offiziell die Stimmen ausgezählt. Die Grünen-Bewerberin Jill Stein beantragte die Nachzählung.

Fünf Millionen Dollar an Spenden

Sie hatte binnen zwei Tagen mehr als fünf Millionen Dollar an Spenden gesammelt, um diese Nachzählung zu erzwingen, wie "Spiegel Online" berichtet. Denn wer die Wahl anficht, muss für die Kosten der Neuauszählung aufkommen.

Der Bundesstaat Wisconsin war völlig überraschend an Donald Trump gegangen. Der Republikaner hatte den Staat mit einem knappen Vorsprung von 22.000 Stimmen gewonnen.

Stein will auch Nachzählungen in Pennsylvania und Michigan anstrengen. Sie steht an der Spitze einer Bewegung, die glaubt, die Wahlen seien manipuliert worden. Tatsächliche Hinweise für eine Beeinflussung der Wahlautomaten oder andere Betrügereien gibt es jedoch laut "Spiegel Online" nicht.

Bis zum 13. Dezember hat die Wahlkommission nun Zeit, die über drei Millionen stimmen nachzuzählen.

Clinton könnte noch gewinnen

Die US-Regierung zeigte sich indessen sicher, dass die Wahl fair und ordnungsgemäß verlaufen sei. Sie bleibe "überzeugt von der Infrastruktur der Wahl. Eine Überzeugung, die sich bestätigt hat", zitierte die US-amerikanische Tageszeitung "New York Times" einen Regierungssprecher.

Die Bewegung um Stein habe vor allem dank der Menschen Fahrt aufgenommen, die noch immer über Trumps Sieg trauerten, berichtete die "New York Times". Über den Hashtag "AuditTheVote" hätten sie sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter vernetzt.

Von der Verliererin Hillary Clinton bekämen sie jedoch keine Unterstützung. Ihr Lager halte eine Neuauszählung für sinnlos.

Mehr zum Thema: Es gibt noch einen Weg für Hillary Clinton, Präsidentin zu werden

Rein rechnerisch könnte Clinton noch gewinnen, berichtet "Spiegel Online". Dafür müsste es auch in Michigan und Pennsylvania wirklich zu Neuauszählungen kommen und Clinton in allen drei Staaten Trump überholen. Dann hätte sie die Mehrheit im Wahlmännergremium - und wäre US-Präsidentin.

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Stein selbst glaubt nicht, dass Clinton noch gewinnen wird

Aber selbst Stein hat Zweifel, dass sich das Ergebnis durch ihre Aktion noch ändern lasse. Das sagte sie in einem Interview einem US-amerikanischen Fernsehsender, aus dem die "New York Times" zitiert.

Jedoch sei dies eine Wahl gewesen, "in der wir überall Hacking gesehen haben." Schon vor der Wahl machten Gerüchte die Runde, russische Hacker würden den Ausgang beeinflussen. Mit ihrer Aktion möchte der Politikerin also das Wahlsystem selbst in den Mittelpunkt rücken, dass laut ihr anfällig für Manipulationen sei.

Von den Demokraten wurde Stein für ihr Werben für eine aussichtslose Nachzählung kritisiert. Mit dem Versuch würde sie nur der russischen Geschichte, die US-Wahl lasse sich manipulieren, in die Hände spielen, berichtete die US-amerikanische Tageszeitung "The Washington Post". Dabei gebe es wichtigere politische Ziele, wie etwa die Wahl über den Senatssitz des Bundesstaates Louisiana.

Der dortige demokratische Bewerbe habe nicht einmal 1,5 Millionen Dollar gesammelt. Die Demokraten machen Jill Steins Spendenkampagne dafür mitverantwortlich.

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(sk)