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Von der Leyen: "Vielleicht ist der Populismus unsere Chance"

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VON DER LEYEN
Von der Leyen: "Vielleicht ist der Populismus unsere Chance" | Axel Schmidt / Reuters
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Vielleicht muss man es mit einer Krankheit vergleichen, was gerade in Deutschland passiert.

Wie ein Virus hat sich da etwas ausgebreitet. Es hat mal hier gekniffen, mal da weh getan. Aber zum Liegen gekommen ist der Patient nicht. Er hat nicht so viel drauf gegeben, man will ja kein Hypochonder sein.

Dann hat’s einen Freund erwischt, ähnlicher Virus, so richtig.

Und jetzt läuft die Suche nach einer Medizin, das übliche Antibiotikum funktioniert ja nicht bei Viren.

Das Virus heißt: Rechtspopulismus.

Was den Patienten so anfällig macht

An der Suche nach dem Heilmittel gegen das, was unsere Demokratie zu zerstören droht, beteiligt sich auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Die Ärztin sagte im Gespräch mit dem Magazin "Spiegel", sie gebe jetzt nicht die Wunderheilerin.

Aber sie hat ausgemacht, was die Deutschen ihrer Meinung nach so anfällig gemacht hat für das Virus: Die Globalisierung, die massiven Veränderungen. Die Menschen sehnten sich jetzt nach einfachen Antworten, die es nicht gebe, nur komplexe. "Das erzeugt Wut."

Dann hätten die Populisten mit der Behauptung gepunktet, es bleibe alles beim Alten, wenn man sie wähle. Und die anderen, die hätten es mit der politischen Korrektheit "überzogen". "Der soziale Druck, homogen zu antworten, war zu hoch."

Gefährlich wie nie

Von der Leyen sagte: "Ja, jetzt realisieren wir, dass die Demokratie vor die Hunde gehen kann, wenn wir uns nicht kümmern."

Das Rezept

Und auf welches Rezept setzt nun von der Leyen? Sie plädiert dafür, den Menschen die komplexen Antworten wenigstens verständlich zu machen. "Wir müssen in der Politik den Mut haben, das Notwendige mehr zu erklären, in einer einfachen Sprache, in Hauptsätzen."

Die Große Koalition sei da wohl erklärungsfaul gewesen. "Vielleicht ist der Populismus unsere Chance."

Aber zu einfach dürfe es eben doch nicht werden. "Wenn wir uns also gegen zu viel Political Correctness aufbäumen, müssen wir höllisch aufpassen, dass es keinen Backlash gibt." Man dürfe Sorge äußern vor dem Fremden, das man nicht einordnen könne. Aber niemals Menschen herabsetzen, diskriminieren.

Konkreter: "Ich setze mich dafür ein, dass unsere Heimat und unsere Identität bleiben, in einer Welt, die sich wandelt. Bayern hat es auf den Punkt gebracht: Laptop und Lederhose. Jeder Hof, jeder Familienbetrieb, jede Heimat bleibt doch nur, wenn
jede Generation die Zeichen der Zeit erkennt und modernisiert."

Übersetzt heißt das wohl: Der Patient ist krank. Ein Allheilmittel gibt es nicht. Aber mit einigem Herumdoktern sollte er zu retten sein.

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(ll)