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Eine Kik-Kundin beschwert sich über schwarze Models - die Antwort von Kik hat es in sich

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  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Einen wahrhaft abstoßenden Brief hat eine Kundin an den Textil-Riesen Kik geschrieben. Weil Kik erstmals in seinem Katalog auch ein schwarzes Model zeigte, fühlte sich eine Kundin dazu veranlasst, eine Hass-Mail an den Textil- Discounter zu schreiben.

Die Kundin schrieb laut einer E-Mail, die der Huffington Post vorliegt, sie verstehe überhaupt nicht, warum in Deutschland mit Schwarzen geworben werde. Sie fühle sich von "diesen dunklen Gestalten" abgestoßen und empfinde bei ihrem Anblick Übelkeit. Die Frau erging sich noch in weiteren Beschimpfungen.

kik

Kik beschloss, eine ausführliche Antwort zu schreiben

Die "Bild"-Zeitung hatte am Samstag als erste über den Brief berichtet. Im Gespräch mit der Huffington Post sagte Katharina Jonas von der Unternehmenskommunikation: "Über die Heftigkeit der Reaktion waren wir sehr überrascht und entsetzt. Insgesamt stellen wir fest, dass fremdenfeindliche Äußerungen in Deutschland zugenommen haben. Als Unternehmen sind wir bislang aber davon weitgehend verschont geblieben."

Bis jetzt. Doch nun muss sich das Unternehmen damit auseinandersetzen, dass es Hass-Mails bekommt, weil es ein schwarzes Model zeigt.

Jonas sagte weiter: "Es wäre einfach gewesen, diese Zuschrift als Einzelmeinung abzutun und nicht darauf zu reagieren. Aber wir wollten ein klares Zeichen als Unternehmen senden, dass wir Rassismus absolut nicht tolerieren."

Also schrieb Kik eine ausführliche Antwort an die Verfasserin der Hass-Mail:

"Sehr geehrte Frau D.,

Sie haben sich beschwert, dass KiK mit dunkelhäutigen Models für seine Produkte wirbt. Das sei für Sie „völlig unverständlich“, diese „ekelerregenden Kreaturen“ würden Sie „wirklich nicht bei uns haben“ wollen, Deutschland sei „das Land der Deutschen“.
Dürfen wir Sie auf eine kurze Reise durch unser Land mitnehmen?

Wir starten in der Münchner Allianz-Arena, Bayern gegen Dortmund. 75.000 Fans jubeln Jérôme Boateng zu, dem vielleicht besten Verteidiger der Welt und Deutschlands Fußballer des Jahres.

Nach dem Spiel haben wir Hunger. Also gönnen wir uns was Gutes – im Ruhrgebiet. Dort kocht der TV-Liebling und Sternekoch Nelson Müller sein legendäres Wiener Schnitzel. Auf dem Nachhauseweg drehen wir das Radio auf, Andreas Bourani singt unseren WM-Helden-Song: „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben“.

Warum nennen wir Ihnen diese drei Beispiele?

Weil die Hauptdarsteller dieser kleinen Geschichten eines gemeinsam haben: Sie sind dunkelhäutig. Und sie sind alle deutsch.
Jeder Fünfte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, wie die Bundeszentrale für politische Bildung errechnet hat. Das sind 17,1 Millionen Einwohner von insgesamt 81,4 Millionen.

Bei KiK arbeiten Menschen aus mehr als 60 verschiedenen Nationen. Wir sind unter den Top 10 des deutschen Textileinzelhandels – und das verdanken wir auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. Sie sind ein Grundpfeiler unseres Unternehmens.

Für unsere Werbung wählen wir Models aus, die einen Querschnitt der deutschen und europäischen Bevölkerung abbilden. Und diese Bevölkerung ist bunt, vielfältig und spannend.

Wir sind stolz darauf, dass sich Menschen verschiedener ethnischer Abstammungen mit unserem Unternehmen identifizieren und gern bei KiK einkaufen.

Leider werden wir nicht jeden von unserer weltoffenen Haltung überzeugen können.
Dann sind wir so frei, auf diese Kunden zu verzichten.
Ihre KiK Unternehmenskommunikation"

via GIPHY

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(sk)