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Andreas Gabalier: So denkt er über ein Konzert mit Helene Fischer

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Andreas Gabalier bei seinem

Mit seinen gerade mal 32 Jahren hat Andreas Gabalier eigentlich schon alles erreicht. Die Krone setzt er sich jetzt mit dem "MTV Unplugged"-Album, das seit dem heutigen Freitag überall erhältlich ist, auf. Was sollte da also noch groß kommen? Eine Frage, die sich der Österreicher im Interview mit spot on news auch stellt. Aber er findet schnell eine Antwort, die man so sicher nicht erwartet hätte. Außerdem verrät er, was er von einem Mega-Konzert gemeinsam mit Helene Fischer halten würde.

Das Jahr 2016 war ein Jahr der Superlative für Sie. Ausverkauftes Olympiastadion München, ausverkauftes Skistadion in der steirischen Heimat und dann zum krönenden Abschluss "MTV Unplugged".

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Andreas Gabalier: Das verflixte siebte Jahr ist gut aufgegangen. Das war Wahnsinn.

War "MTV Unplugged" für Sie der Ritterschlag?

Gabalier: Nach meinem Auftritt vor 70.000 Fans im Münchner Olympiastadion war das der Olymp. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich noch anpacken soll. "MTV Unplugged" ist das Geilste, was dir als Musiker passieren kann und noch dazu als Österreicher im Dialekt.

Vor Ihrem "MTV Unplugged"-Konzert im kleinen Rahmen sollen Sie nervöser gewesen sein als vor 70.000 Fans im Münchner Olympiastadion. Warum?

Gabalier: Wir haben sämtliche Songs von mir neu arrangiert, damit sie besser mit dem Orchester harmonieren. Ich wollte mir aber nicht die Blöße geben, drei Stunden nur zu singen, sondern bei sämtlichen Songs eben auch Gitarre, Harmonika und Klavier spielen. Dadurch war im Kopf ein enormer Druck, dass ich auch wirklich das Gleiche wie die Band spiele. Aber der Aufwand hat sich ausgezahlt. Es ist ein zeitloses Album auf qualitativ höchstem Niveau geworden.

Bei jedem "MTV Unplugged"-Konzert ist es Tradition, dass der Künstler auch einen US-Titel spielt. Sie haben sich für "You Can't Always Get What You Want" von den Stones entschieden. Warum dieser Titel?

Gabalier: Die Stones begleiten mich schon seit Ewigkeiten. Das waren die ersten Platten, die ich damals bei meinem Vater aufgelegt und auf Kassetten überspielt habe. Außerdem ist der Matze Roska, mein Produzent, ein riesiger Stones-Fan. Deshalb war klar, dass es eine Stones-Nummer werden musste. Und er hat zu mir gesagt, "Du kannst nicht alles haben, nur weil du in einem Fußballstadion gespielt hast!" Somit war der Titel dann auch klar.

Was ist für Sie das Magische an so einem "MTV Unplugged"-Konzert?

Gabalier: Der Mythos. Ich habe mir früher aus dieser "Unplugged"-Reihe eigene Kassetten aufgenommen und zusammengestellt. Als ich vor einem Jahr davon erfahren habe, dass ich ein "Unplugged"-Album erhalte, habe ich meinen alten Walkman und die Kassetten wieder ausgegraben und reise nun damit um die Welt. Der Walkman, den mir mein Vater damals von einer Geschäftsreise aus Ungarn mitgebracht hat, war ein steter Begleiter meiner Jugend. Jetzt bin ich selbst Teil dieser legendären Sammelreihe. Mehr kannst du nicht erreichen.

Was für Kassetten hören Sie denn aktuell in Ihrem wieder entdeckten Walkman?

Gabalier: Heute Früh habe ich mir im Flieger Dean Martin eingelegt. Zuhause habe ich eine große Kiste mit alten Kassetten. Auf die habe ich damals selbst Songs aus dem Radio, von CDs und Platten aufgenommen.

Wie können Sie nach all Ihren musikalischen Erfolgen jetzt noch einen drauf setzen?

Gabalier: Ich würde gerne mal einen Film drehen. Weil musikalisch ist jetzt alles so dermaßen erreicht.

An was für einen Film hätten Sie gedacht?

Gabalier: Ein Musikfilm wäre nahe liegend. So eine Art "Walk the Line" nach dem Vorbild Johnny Cash. Das müsste dann allerdings schon ein richtig großer Streifen werden. Elvis hat einen Film gemacht, James Dean auch. Also warum denn nicht?

An Rente mit 32 haben Sie also noch nicht gedacht? Ganz nach dem Motto: aufhören, wenn es am schönsten ist!

Gabalier: Nein, dafür strotze ich zurzeit viel zu viel vor Energie und Kraft. Wenn's am schönsten ist, soll man eben nicht aufhören. Ganz und gar nicht. Nächstes Jahr gibt es sogar ein paar noch größere Projekte wie den Hockenheimring, wo ich ein eigenes Konzert geben werde. Dann wieder Olympiastadion München - diesmal sogar vor 72.000 Zuschauern und im Skistadion in der Planai haben wir 2017 statt für 33.000 sogar theoretisch für bis zu 45.000 Fans Platz. Davor gibt es um Ostern herum außerdem eine kleine "MTV Unplugged"-Tour. Also es geht momentan alles so dermaßen durch die Decke, da mache ich mir keine Sorgen.

Viele Fans machen sich in den sozialen Netzwerken allerdings Sorgen um Sie und raten Ihnen, mal langsamer zu machen.

Gabalier: Das kommt den Leuten vielleicht oft anstrengender vor als mir selbst. Wichtig ist, dass ich mir unter dem Jahr immer wieder eine kleine Auszeit nehme. Das mache ich sowohl im Winter als auch im Sommer. Außerdem halte ich mir gewisse Wochenenden frei, um den Anschluss an mein altes Leben nicht zu verlieren. Wenn ich mit meinen alten Freunden in der Heimat mal einen drauf mache, kommt es schon mal vor, dass ich am nächsten Tag nur vor dem Fernseher dahin vegetiere.

Das klingt dann aber auch nicht unbedingt nach Erholung.

Gabalier: Doch, bei so einem richtigen Männerwochenende mit meinen Jungs, Brüdern und Cousins tanke ich richtig Energie. Da bin ich am Montag wieder frisch geladen. Außerdem: Wenn man den Erfolg hat, fällt einem das alles wirklich nicht schwer.

Schwer könnte es einem allerdings fallen, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Was machen Sie, um nicht abzuheben?

Gabalier: Ich komme zur Basis zurück. Ich wasche zu Hause meine Wäsche. Mache einen Kasten Bier auf, wenn ich mit den Nachbarn Fußball oder Skirennen schaue. Ich heize den Grill ein, sauge am Sonntag meine Autos aus. Ich komme wieder zu ganz einfachen Werten zurück, bin viel am Berg unterwegs. Ich hole mir lieber einen guten Speck und einen guten Käse oder ein Bauernbrot von meiner Nachbarin, als dass ich jetzt irgendwo in ein schickes Lokal gehe. Das fühlt sich alles ziemlich normal und easy an.

Doch nochmal in großen Sphären gedacht: Wie wäre es mal mit einem Mega-Konzert gemeinsam mit Helene Fischer?

Gabalier: Das wäre ein Sensations-Konzert. Ein Konzert à la Johnny Cash und June Carter. Das würde sicherlich alle Dimensionen sprengen, die es in Deutschland live je gegeben hat. Aber die Helene macht natürlich schon was ganz anderes als ich. Sie bietet eine richtige Las-Vegas-Show - fliegt durch die Lüfte, macht Akrobatik-Einlagen und verzaubert ihr Publikum. Dagegen sind wir eigentlich ganz einfach gestrickt. Wir hauen einfach drauf. Volks-Rock'n'Roll so wie er eben ist. Wenn ich da mit der Helene mithalten sollte, wüsste ich nicht, was ich machen sollte? Purzelbäume schlagen? Oder wie Tarzan über die Bühne schwingen?

Wie ist abseits der Bühne Ihr Verhältnis mit Helene Fischer?

Gabalier: Ich sehe sie auch nur bei den Fernsehshows. Da ist sie immer total nett, eine ganz Liebe. Die Helene strotzt vor Fleiß und Energie nur so.

Fleißig sind auch Sie. Ist ein neues Studio-Album bereits in Planung?

Gabalier: Im Herbst 2017 gehe ich ins Studio, um dort am sechsten Studio-Album zu feilen. Das wird im Frühjahr 2018 rauskommen.