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Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat? Gabriel bringt lieber einen anderen ins Spiel

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SCHULZ GABRIEL
Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat? Gabriel bringt lieber einen anderen ins Spiel | Michael Gottschalk via Getty Images
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Sigmar Gabriel und Martin Schulz: Beide SPD-Granden hatten in der vergangene Woche Wichtiges kundzugeben. Nur war es bei dem einen privater, bei dem anderen beruflicher Natur.

SPD-Chef Gabriel wird erneut Vater, EU-Parlamentspräsident Schulz zieht es von Brüssel nach Berlin.

Beide Nachrichten trugen auf ihre Weise dazu bei, Spekulationen über die wohl wichtigste Frage der Sozialdemokraten zu nähren: Wer wird die Partei als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf führen?

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat dazu eine klare Meinung: Die Kombination Gabriel als Kanzlerkandidat und "Schulz als Nummer eins auf der Landesliste von NRW“ soll es richten.

"Ein tolles Team, mit dem wir die Merkel-CDU schlagen können“, befand der SPD-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag, Norbert Römer, im "Tagesspiegel“. "Wir setzen auf Sieg.“

Gabriel lässt sich Zeit

Von einem Sieg ist die SPD nach den Umfragewerten derzeit weit entfernt. Zu beunruhigen scheint das insbesondere Gabriel nicht. Der beharrt seelenruhig darauf, den SPD-Kanzlerkandidaten erst im Januar zu küren.

Womöglich nimmt er die Entscheidung damit bereits vorweg: Denn um einen neuen Kandidaten in Position zu bringen, ist es bis dahin reichlich spät. Tritt Gabriel also tatsächlich selbst an – obwohl seine Umfragewerte hinter denen von Schulz deutlich hinterherhinken?

Nicht wenige legen der SPD genau das nahe. Das "Handelsblatt“ kommentierte gar: "Dass viele Medien diesem im Volk weithin unbekannten Mann – der die Zulassung zum Abitur nicht schaffte, wenig später zum Trinker wurde, bevor er als grantelnder Abstinenzler für 22 Jahre im Brüsseler Europaparlament verschwand – plötzlich die Befähigung zur Kanzlerschaft zutrauen, ist nur mit journalistischer Telepathie zu erklären.“

Ist Schulz der falsche Mann für den Posten? Gabriel äußerte sich dazu auf dem Parteitag des SPD-Unterbezirks Duisburg nicht.

Er brachte stattdessen einen anderen ins Gespräch: "Was ich unfair finde: Die vergessen, dass wir noch einen Dritten im Bunde haben, Olaf Scholz.“

(sk)