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CDU-Staatssekretär Spahn kritisiert Merkels Wahlkampfstrategie - und bekommt Unterstützung aus der SPD

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JENS SPAHN
CDU-Generalsekretär Spahn kritisiert Merkels Wahlkampfstrategie - und bekommt Unterstützung aus der SPD | Joachim Herrmann / Reuters
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Die Zeichen stehen auf "weiter so“: Angela Merkels Beschluss, auch im Jahre 2017 wieder für das Amt der Bundeskanzlerin zu kandidieren, sorgte in den Medien für ein gemischtes Echo.

Auch in der CDU gibt es Bedenken, ob Merkel in der Lage ist, auf die extreme Polarisierung der deutschen Gesellschaft die richtigen Antworten zu finden.

Jens Spahn, CDU-Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, äußerte sich in der "Wirtschaftswoche“ skeptisch über die bisherige Wahlkampfstrategie der Kanzlerin. Spahn kritisiert die Erfolgsformel Merkels, eher Wähler aus dem anderen politischen Lager von der Wahl abzuhalten als Anhänger zu mobilisieren.

"Es geht nicht mehr um asymmetrische Demobilisierung, sondern um asymmetrische Mobilisierung“, sagte Spahn der "Wirtschaftswoche“.

Auch die SPD will einen Lagerwahlkampf

Spahn will anders als die Kanzlerin klassische CDU-Themen wie Innere Sicherheit betonen und so neue Wähler erreichen – in klarer Abgrenzung zur SPD: "Es hilft im Wahlkampf immer, zu wissen, wo der Gegner steht“, so der Christdemokrat.

Einen Lagerwahlkampf fordert auch SPD-Vize Ralf Stegner in der "Wirtschaftswoche". Nur so könne man den populistischen Kräften den Wind aus den Segeln nehmen.

"Immer dann, wenn Wähler das Gefühl haben, die da oben sind alle gleich, werden Populisten gewählt“, sagt er. "Deshalb müssen wir scharf abgrenzen, was mit der Union nicht zu machen ist.“

Ex-CDU-Generalsekretär Kurt Biedenkopf unterstützt die Kanzlerin dagegen bedingungslos. Der Huffington Post sagte Biedenkopf kürzlich: "Sie hätte die Entscheidung Weiterzumachen nicht besser treffen können.“

Merkel habe über die Jahre im Amt ein nationales, europäisches und internationales Potenzial entwickelt, das Biedenkopf, außer bei Konrad Adenauer, bisher bei keinem anderen Bundeskanzler in Deutschland beobachtet haben will.