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Eine Schule verdreifachte die Pausenzeit - diese erstaunliche Auswirkung hatte es auf die Kinder

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PAUSENHOF
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Der Gong läutet und lachende, schreiende Kinder stürmen aus dem Schulgebäude und auf den Spielplatz. Es ist Pausenzeit an der Eagle-Mountain-Grundschule im US-Bundesstaat Texas - wie in tausenden anderen Schulen auf der Welt auch.

Doch etwas ist anders an der Eagle-Mountain-Grundschule: Die Schulleitung hat die Pausenzeit für ihre Schützlinge verdreifacht.

Statt nur einer viertelstündigen Pause können die Kinder nun über den Tag verteilt viermal 15 Minuten lang ausspannen oder sich austoben. Dafür haben sie 45 Minuten weniger Unterricht.

Kinder können von der längeren Pause profitieren

Anfangs hatten Lehrer und Eltern noch Bedenken, als die zusätzlichen Pausen eingeführt wurden: "Wir hatten Angst, dass die Kinder dann in den Prüfungen nicht gut abschneiden werden“, sagte Elternsprecherin Amy Longspaugh dem Nachrichtensender "Today“. "Manchmal glaube ich, dass wir mehr auf die Leistungen schauen als auf die Kinder selbst.“

Aber die Wissenschaftler der Texas Christian University konnten die Schulleitung davon überzeugen, dass die Kinder von der verlängerten Pausenzeit profitieren können. Und tatsächlich:

Fünf Monate nach der Einführung berichten Lehrer, die Kinder seien weniger zappelig seien und könnten sich einfacher auf den Unterricht konzentrieren. "Sie hören besser zu, sind gehorsam und versuchen, Probleme selbst zu lösen“, sagte Lehrerin Donna McBride gegenüber "Today“.

Studien belegen die positive Wirkung von Pausen

Obwohl die American Academy of Pediatrics (AAP), eine Vereinigung der amerikanischen Kinderärzte, mehr Pausen für Schulkinder fordert, tun sich amerikanische Schulen schwer damit, diesem Rat zu folgen. Die Angst, dass die Kinder dann durch die geringere Unterrichtszeit auch weniger lernen könnten, ist zu groß.

Studien hingegen belegen das Gegenteil: Wissenschaftler der Harvard Business School fanden heraus, dass Schüler in einer Prüfung besser abschnitten, wenn sie davor eine längere Pause hatten. Vor allem schwächere Schüler profitierten von der Auszeit vom Unterricht, da sie nach Meinung der Forscher so noch einmal Kraft für den Test sammeln konnten.

Pausen sind wichtig für das Schulklima und die Gesundheit

Die AAP empfiehlt längere Pausenzeiten nicht nur, weil die Kinder damit die Möglichkeit bekommen, Dampf abzulassen, um später fokussierter arbeiten zu können.

Die Tatsache, dass die Kinder sich über den Tag verteilt öfter bewegen können, sei zudem gesundheitsfördernd und beuge Übergewicht vor, schreibt die Vereinigung auf ihrer Webseite. Durch den Austausch mit den anderen Kindern würden die Kleinen ihre sozialen Fähigkeiten ausbauen und sich in Selbstkontrolle üben.

Eine Studie der Stanford University kam zu ähnlichen Ergebnissen: Forscher initiierten dafür an mehreren Schulen Pausenprojekte und kamen zu dem Schluss, dass Pausen wichtig für ein positives Schulklima sind. Schüler würden seltener gemobbt, meldeteren sich weniger häufig krank und erzielten bessere Leistungen.

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(lk)