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Neuer Friedensvertrag für Kolumbien unterzeichnet

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FARC
Ein Mitglied der Farc-Rebellen | Getty
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  • In Kolumbien wurde ein neuer Friedensvertrag unterzeichnet
  • Nach dem Referendum Anfang Oktober wurde das Abkommen überarbeitet
  • In der kommenden Woche soll der Vertrag im Kongress gebilligt werden

Die kolumbianische Regierung und die Farc-Rebellen haben einen neuen Friedensvertrag geschlossen. Nachdem die Kolumbianer das ursprüngliche Abkommen in einem Referendum Anfang Oktober überraschend abgelehnt hatten, waren zunächst einige Nachverhandlungen nötig.

Am Donnerstag haben nun aber der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und der Kommandeur der linken Guerillaorganisation Farc, Rodrigo "Timochenko" Londoño das überarbeitete Abkommen in Bogotá unterschrieben.

"In der Zukunft soll das Wort die einzige Waffe der Kolumbianer sein", sagte "Timochenko".

"Die Bildung wird unsere Zukunft schreiben"

Unterschrieben wurde der Vertrag mit einem aus einer Patronenhülse gefertigten Kugelschreiber. "Unsere Vergangenheit wurde mit Kugeln geschrieben, die Bildung wird unsere Zukunft schreiben", war auf dem Schreibgerät zu lesen.

In der kommenden Woche soll der Vertrag im Kongress gebilligt werden. Der Vertrag dürfte mit der Unterstützung der Mitte-Rechts-Regierungskoalition und der linken Opposition genehmigt werden.

Nur die ultrarechte Partei Centro Democrático des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe lehnt das Abkommen weiterhin ab.

Härtere Strafen für Guerillakämpfer

Nachdem die Kolumbianer das ursprüngliche Abkommen Anfang Oktober in einem Referendum abgelehnt hatten, wurde der Text in einigen Punkten geändert. So sollen die Strafen für die Guerillakämpfer härter ausfallen. Zudem wird das Vermögen der Farc für die Entschädigung der Opfer herangezogen.

Für seine Initiative zur Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts war Santos in diesem Jahr der Friedensnobelpreis zuerkannt worden.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs kamen über 220 000 Menschen ums Leben.

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