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Neu im Kino: Meryl Streep ist "Florence Foster Jenkins"

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Meryl Streep als Florence Foster Jenkins und Hugh Grant als ihr Partner St. Clair Bayfield

"Florence Foster Jenkins" (Kinostart: 24. November) von Filmemacher Stephen Frears (75, "Die Queen") erzählt die wahre Geschichte der gleichnamigen, legendären New Yorker Erbin (1868-1944) in den 1940er Jahren. Weil ihre Eltern immer dagegen waren, will sie sich nach deren Tod den Traum erfüllen und Opernsängerin werden. Dass ihre Stimme grauenhaft klingt, merkt sie selbst nicht.

Dafür sorgt auch der finanziell von ihr abhängige Ehemann und Manager. Der sieben Jahre jüngere Schauspieler St. Clair Bayfield (Hugh Grant, 56) möchte Florence (Meryl Streep, 67) unbedingt vor der Wahrheit beschützen. Als diese beschließt, ein öffentliches Konzert in der Carnegie Hall zu geben, engagiert der beunruhigte St. Clair den Konzertpianisten Cosmé McMoon (Simon Helberg, 35), mit dem sie üben soll...

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Von der Peinlichkeit des Singens

Lächerlich oder liebenswert - wenn dieser Grat besonders schmal ist, kommen Stars wie Michael Edwards (52), besser bekannt als "Eddie the Eagle", oder Dschungelkönig Menderes Bagci (32) heraus. Sie glauben so sehr an das, was sie wollen - der eine ans Skispringen, der andere ans Singen -, dass ihr Brennen für diese eine große Leidenschaft fernab jeden Talents die Zuschauer zu Fans werden lässt.

So in etwa dürfte es sich auch bei der realen Figur Florence Foster Jenkins zugetragen haben. Denn singen konnte sie wahrlich nicht, was Regisseur Frears im Interview mit spot on news bestätigt. Wie wohl die meisten hatte auch er vor dem Film noch nichts von der New Yorkerin gehört, weder biografisch noch musikalisch. "Aber als das Drehbuch kam, habe ich mir etwas angehört... und es war erstaunlich", scherzt der Brite. "Sie ist so lächerlich und gleichzeitig so berührend; das macht sie so interessant."

Ähnlich sieht es auch Schauspieler Simon Helberg, den die meisten aus der Erfolgssitcom "The Big Bang Theory" kennen dürften. Warum Florence Foster Jenkins trotzdem Erfolg hatte, erklärt der US-Schauspieler im Interview mit spot on news so: "Sie hat nach den Sternen gegriffen, aber sie hat sie nicht erreicht. Weil sie es aber mit großer Leidenschaft gemacht hat, ist sie dennoch populär geworden. Manche Menschen haben aber auch einfach Charisma und es ist dann fast egal, was sie machen. Ein berühmtes Beispiel dafür ist Bob Dylan. Er ist nicht bekannt für seine Gesangsfähigkeiten und doch hören ihm viele gerne zu."

Erstaunlich ist aber nicht nur das Original, sondern auch das, was Meryl Streep auf die Leinwand zaubert. Echte Fremdschäm-Momente sind vor allem dann garantiert, wenn der große Hollywood-Star zum ersten Mal gesanglich ansetzt.

Eine ganz besondere Lovestory

Der Film erzählt darüber hinaus eine ganz besondere Liebesgeschichte zwischen einem ungleichen Paar. "Absolut", findet auch der Regisseur. "Er ist liebender Ehemann, abgesehen von der Tatsache, dass er noch eine weitere Frau liebt", fasst Frears das Beziehungsleben von St. Clair Bayfield zusammen. Aber das Leben sei eben nun mal kompliziert, ergänzt der 75-Jährige.

Doch auch die junge hübsche Kathleen Weatherley (Rebecca Ferguson, 30, "Girl on the Train") deckt die vielen Lügen nicht auf. Apropos Lügen: "Nichts ist wie es scheint", sagt Regisseur Frears zu diesem Thema. "Dass die ganze Geschichte aber wirklich passiert ist, macht den Film interessant."

Lohnt sich der Kinobesuch?

Ja. Schon allein, weil Meryl Streep mit dieser Performance wieder ganz vorne mitmischen dürfte, wenn es um die großen Filmpreise geht. Außerdem erzählt der Film eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte in Zeiten, in denen das Schwarz-Weiß-Denken Konjunktur hatte. Und zu guter Letzt zeigt diese historische Figur, dass man mit großer Leidenschaft viel erreichen kann. Oder um es mit Florence Foster Jenkins' Worten zu sagen: "Sie können sagen, ich kann nicht singen, aber sie können nicht sagen, ich hätte nicht gesungen." - Zwischen Wahrheit und Lüge liegt oft eine tolle Geschichte.