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"Feuer-Intifada" in Israel: Zehntausende auf der Flucht vor Großbränden

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ISRAEL
"Feuer-Intifada" in Israel: Tausende sind auf der Flucht | Baz Ratner / Reuters
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  • In Israel wüten weiter Großbrände
  • Bisher mussten bereits 60.000 Menschen aus ihren Häusern fliehen
  • Es wird untersucht, ob dahinter eine politisch motivierte Brandstiftung steckt

Schon seit Tagen wüten in Israel etliche Großbrände - in der Hafenstadt Haifa hat sich die Lage am Donnerstag dramatisch zugespitzt. Zehntausende Menschen mussten auf der Flucht vor den Flammen ihre Häuser verlassen, nach Schätzungen etwa ein Viertel der Bewohner der mit 270.000 Einwohnern drittgrößten israelischen Stadt.

Rund 60.000 Menschen seien zur Räumung ihrer Häuser aufgerufen worden, berichtete die Zeitung "Haaretz". Mindestens 80 Menschen erlitten nach Angaben des Rundfunks Rauchverletzungen oder Schocks.

Die israelische Polizei geht bei vielen der landesweiten Brände von Brandstiftung aus. Es seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, sagte Polizeichef Roni Alscheich am Donnerstag vor Journalisten in Haifa. "Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren", sagte er.

Politisch motivierte Brandstiftung?

Nach Meinung des Ministers für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sind mehr als Hälfte der Brände in den letzten Tagen durch Brandstiftung verursacht worden. Israelische Medien sprachen bereits von einer "Feuer-Intifada" von Palästinensern. Israels Inlandsgeheimdienst untersuche den Verdacht, dass vor allem in Haifa aus politischen Motiven Brände gelegt worden seien.

Bei den dramatischen Löscharbeiten in Haifa wurde auch die Armee eingesetzt. Zwei Bataillone der Rettungseinheit seien in die Brandgebiete verlegt worden, teilte das Militär mit.

Auch Soldaten der Reserve seien aufgerufen worden, Polizei und Feuerwehr beim Kampf gegen die Flammen und bei der Evakuierung zu helfen. Bisher sind nach Polizeiangaben in Haifa acht Wohnviertel geräumt worden. Auch die Universität Technion wurde geräumt. Viele Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Starke Winde fachen die Brände weiter an

Mittlerweile unterstützen Italien, Kroatien, Griechenland, die Türkei und Zypern die Behörden im Kampf gegen die Flammen, wie das Außenministerium mitteilte.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin habe dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu bei einem Telefonat die sofortige Entsendung von zwei riesigen Löschflugzeugen zugesagt, teilte Netanjahus Büro mit.

Die Brände wüteten in mehreren Landesteilen, darunter in der Gegend um Nazareth und Jerusalem. In Israel herrscht eine lange Trockenheit. Starke Winde fachen die Brände weiter an.

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(mf)