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Niemand versteht, dass du diese 7 Dinge wegen deiner Depression tust

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DEPRESSIONEN
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Wenn du Depressionen hast, kann es sich manchmal so anfühlen, als würdest du in einem anderem Universum existieren. Einer Art Parallelwelt, die der echten zwar äußerlich ähnelt, die in Wahrheit aber von vollkommen anderen Kräften gelenkt wird.

Du kannst die echte Welt sehen, kannst sie sogar betreten, auch wenn dich das manchmal viel Kraft kostet. Du kannst mit den Menschen in dieser anderen Welt sprechen, kannst dich als einer von ihnen ausgeben und die meisten werden deinen Schwindel nicht einmal bemerken.

Zu deiner Welt jedoch haben sie keinen Zutritt. Dieser Ort, an dem die Zeit nur sehr langsam vergeht, an dem die Luft schwer ist und an dem die Sonne hinter den Wolken bleibt, ist ihnen fremd. Und egal, wie genau du deine Welt beschreibst, ganz egal, wie oft du ihre Gesetze zu erklären versuchst, sie werden nie die ganze Wahrheit kennen.

Sie werden nie verstehen, dass du diese 7 Dinge tust, weil du Depressionen hast.

1. Du sagst in letzter Sekunde ab

Egal, wie sehr du dich auf ein Treffen oder einen Termin gefreut hast - manchmal musst du in letzter Sekunde absagen. Du kannst nicht kontrollieren, wann die Depression dich wieder einmal mit sich reißt. Du weißt nie, wann sie das nächste Mal zuschlagen wird. Aber wenn es passiert, kannst du auf keinen Fall in der Öffentlichkeit sein.

Gleichzeitig fühlt es sich furchtbar an, deinen Freunden abzusagen. Du fürchtest, dass sie sich über dich ärgern könnten. Du fühlst dich in deiner Wohnung einsam, während die anderen zusammen zu dem Konzert gehen. Und all das gibt deiner Depression zusätzliches Brennholz.

2. Du wirkst nach außen hin glücklich

Die Menschen in deinem Umfeld wissen nichts von den zweiten Welten, zwischen denen du wandelst. Nach außen hin wirkst du völlig normal, vielleicht sogar glücklich. Nichts würde anderen Menschen einen Anlass geben, dich zu fragen, ob alles in Ordnung ist - denn das willst du um jeden Preis vermeiden.

Aus diesem Grund bist du auch ziemlich gut darin, Ausreden zu erfinden, wenn du plötzlich wegmusst oder ein lange geplantes Treffen kurzfristig absagst. Deine Maske bröckelt erst, wenn du allein bist. Zurück in deiner Welt, die allen anderen verwehrt bleibt.

3. Du überprüfst deine Beziehungen

Das Schlimmste an deinen Depressionen ist die Angst. Nicht nur die Angst, dass es nie vorbeigehen wird. Oder dass es noch schlimmer werden könnte. Es ist vor allem die Angst, dass Freundschaften oder Beziehungen zerbrechen könnten - deinetwegen. Dass Menschen sich abwenden könnten, weil sie deinen Zustand einfach nicht verstehen, oder nicht ertragen können.

Deshalb kannst du manchmal nicht anders: Du musst hören, dass alles in Ordnung ist, musst die Bestätigung bekommen, dass deine Beziehungen noch intakt sind.

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4. Du verschwindest tagelang von der Bildfläche

Manchmal tauchst du für ein paar Tage ab. Du bist dann in deiner Parallelwelt, spürst das unsichtbare Gewicht bei jedem Atemzug und beobachtest, wie die Schatten sich unerträglich langsam über die Wände schieben.

Für Menschen aus der echten Welt bist du nicht erreichbar. Du benutzt weder dein Telefon noch deinen Computer. Du willst niemandem zur Last fallen. Willst nicht riskieren, dass deine negative Stimmung sich auf andere überträgt.

Nach ein paar Tagen wirst du zurückkehren und ihnen weismachen, dass du einfach sehr beschäftigt warst.

5. Du lässt manchmal drei Tage vergehen, ohne zu duschen oder dir die Zähne zu putzen

In Wahrheit warst du nicht beschäftigt. Du hast im Bett gelegen oder auf dem Sofa. Du hast geschlafen und wenn du wach warst, hast du mit aller Kraft versucht, aufzustehen. Du bist die einzelnen Schritte im Kopf durchgegangen. Aber es ging nicht. Du konntest dich kaum bewegen.

Du wusstest, dass es Zeit für eine Dusche war. Du sehntest dich nach deiner Zahnbürste. Aber es war einfach zu schwer.

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6. Du verschreibst dir deine "Medikamente" selbst

Alkohol ist ein guter Bekannter. Du weißt, dass er dich nicht voranbringt und auch nicht deine Probleme löst, aber manchmal musst du dieser beschissenen Welt einfach entfliehen. Er schenkt dir ein paar Stunden, in denen du nicht an deine Probleme denken musst, weshalb du bereit bist, ihm die ein oder andere schlechte Eigenschaft nachzusehen.

7. Du suchst Zuflucht in deiner Kunst

Kunst ist deine Therapie. Durch sie kannst du deine Emotionen zum Ausdruck zu bringen. Kannst schreien, ohne dass es jemand hört, oder weinen, ohne eine Träne zu vergießen. Du kannst all die Dinge sagen, die niemand versteht. Kannst endlich zeigen, was nur du sehen kannst.

Du bist nicht allein in deinem Universum

Auch wenn es dir nicht so vorkommen mag: Es gibt viele andere Menschen, die deine Parallelwelt kennen. Und es gibt Menschen, die zwischen beiden Welten vermitteln und die dir helfen können. Egal wie allein du dich manchmal fühlst: Denk immer daran, dass du es nicht bist. Hilfe gibt es zum Beispiel hier.

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(lk)