Huffpost Germany

Diese Ursache für Burnout wird sehr häufig übersehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WOMAN SAD
Diese Ursache für Burnout wird sehr häufig übersehen. | Digital Vision. via Getty Images
Drucken

2016-11-07-1478537268-8468889-865FF2224D9940D697EC4089C474FAEE6.png

Dieser Artikel erschien zuerst bei freundin.de

Nicht immer ist Überarbeitung der Grund für einen Burnout. Wissenschaftler haben nun eine weitere wesentliche Ursache gefunden: Ein Burnout kann auch auftreten, wenn die Verantwortung und der Arbeitsbereich nicht zur Persönlichkeit passen.

Das erscheint offensichtlich. Aber warum - so fragt man sich - sollte jemand eine Arbeitsstelle annehmen, die nicht zur Persönlichkeit passt? Weiß man denn das nicht vorher?

Die eigene Wahrnehmung passt nicht immer zu den Bedürfnissen

Doch das passiert gar nicht so selten, wie Prof. Veronika Brandstätter vom psychologischen Institut der Universität Zürich festgestellt hat. Das Problem sei, dass die eigene Wahrnehmung nicht immer zu den wahren Bedürfnissen einer Person passe und sie so schnell in einer Position lande, in die sie nicht wirklich passe.

So wählten Menschen häufig Jobs, die ihren angenommenen Eigenschaften oder den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen, anstatt zu ihrem wahren Ich zu passen.

Welcher Job passt wirklich?

Doch was passt wirklich? Hierfür befragten die Wissenschaftler Burnout-Patienten zu ihrer Gesundheit und der Verantwortung bzw. dem Aufgabenbereich im Job. Anschließend gaben sie ihnen einen Test, anhand dessen die Persönlichkeit untersucht wurde.

Dabei stießen die Forscher auf zwei Motive: Machtstreben und der Wunsch nach Zugehörigkeit. Menschen mit Machtmotivation wollen Verantwortung für andere tragen, für Disziplin sorgen und Verhandlungen führen. Diejenigen mit Zugehörigkeitsmotivation wollen hingegen vor allem ein harmonisches Umfeld, Vertrauen und Ruhe im Job haben.

Je größer die Diskrepanz zwischen dem ausgeübten Job und den eigentlichen Bedürfnissen war, umso höher lag die Wahrscheinlichkeit, an einem Burnout zu erkranken.

So erkennst du deine wahren Bedürfnisse

Wer also nach Verantwortung strebt und Menschen führen möchte, aber im Job keinerlei Möglichkeit dazu hat, kann genauso einen Burnout entwickeln wie jemand, der sich nach Harmonie sehnt, jedoch jeden Tag konfliktreiche Gespräche führen oder unpopuläre Entscheidungen treffen muss.

Doch wie kann ich selbst erkennen, was meine innere Motivation ist, wenn sie sich doch so leicht hinter der selbstaufgebauten Illusion versteckt? Dafür hat Brandstätter eine Lösung. Sie rät dazu, sich in der Fantasie eine typische Situation in einem angestrebten Job vorzustellen und diese gedanklich durchzuspielen.

Dabei sollten die eigenen Gefühle sehr genau beobachtet werden: Wie fühlst du dich bei der Vorstellung, ein kritisches Gespräch mit einem Mitarbeiter führen zu müssen? Würde dies für dich Stress bedeuten?

Die Empfindungen während dieser Vorstellung geben einen sehr genauen Hinweis auf die versteckten, wahren Bedürfnisse. Nach diesen sollten sich Menschen richten, wenn sie darüber nachdenken, eine neue Arbeitsstelle anzutreten.

Diese Artikel von freundin.de könnten euch auch interessieren:

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Auch auf HuffPost:

Schlecht gelaunt im Winter? Dann seid ihr nicht allein