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Vorwurf der Volksverhetzung: Staatsanwaltschaft beginnt Vorermittlungen gegen Anne Will

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Es war ein skandalöser Auftritt, der nun juristische Konsequenzen haben könnte. Anfang des Monats hatte die vollverschleierte Muslimin Nora Illi in der Talkshow von Anne Will über ihre Glaubensauffassung gesprochen und so für empörte Reaktionen gesorgt.

Einen Ausschnitt der Sendung seht ihr oben im Video.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Hamburg ein Vorermittlungsverfahren gegen Anne Will eingeleitet. Man prüfe nun, ob ein begründeter Anfangsverdacht für eine Straftat vorliege, sagte eine Behördensprecherin zu "Focus Online".

Es geht um Volksverhetzung

Eine Rechtsanwältin aus dem brandenburgischen Neuruppin hatte gegen die Moderatorin und weitere Sendungsverantwortliche Strafanzeige gestellt. Es gehe um den Tatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

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ARD-Talkmasterin Will verteidigte die Einladung von Illi öffentlich. "Wir wussten, was wir tun, wenn wir Frau Illi einladen. Wir haben für uns abgewogen, ob das in diesem Kontext (des vorher gesendeten Tatorts über die Radikalisierung junger Muslime) für uns vertretbar ist", sagte Will der Wochenzeitung "Die Zeit".

Wills Redaktion betonte in einer auf der Website der Sendung veröffentlichten Stellungnahme: "Dass Nora Illi als Vorstandsmitglied des 'Islamischen Zentralrats der Schweiz' in der Debatte als radikalste Vertreterin des Islams auftreten würde, war uns bewusst und somit Teil der Dramaturgie der Sendung."

(mf)