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Überraschende Studie: Die Menschen werden immer älter, doch sie leiden immer seltener an Demenz

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DEMENZ
Die Zahl der Demenzneuerkrankungen geht zurück | dpa
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  • Immer weniger Menschen erkranken an Demenz
  • Das will eine Studie der University of Michigan herausgefunden haben
  • Die Gründe für diesen Trend sind noch unklar

Immer weniger Menschen erkranken an Demenz – und wenn sie erkranken, dann immer später. Das ist das überraschende Ergebnis einer aktuellen Studie der University of Michigan. Warum das so ist - darüber streitet sich nun die Wissenschaft.

Die Studie fand heraus: Die Rate der Demenzneuerkrankungen unter 65-jährigen Amerikanern ist in den letzten zwölf Jahren um 24 Prozent gesunken: während 2000 noch 11,6 Prozent erkrankten, waren es 2012 nur noch 8,8 Prozent.

Im Jahr 2000 war das Durchschnittsalter, in dem Demenz diagnostiziert wurde, 80,7. 2012 lag es bereits bei 82,4. "Die Rate der Neuerkrankungen ist also nicht unveränderlich", sagte Richard Hodes, Leiter des National Institute on Aging im Interview mit der US-amerikanischen Tageszeitung "New York Times".

"Sehr gute Nachrichten" für Demenzforschung

Das seien "sehr gute Nachrichten", fügte John Haaga, Leiter der Studie, hinzu. Der einzige Haken: Bislang weiß niemand so recht, warum die Demenzneuerkrankungen zurückgehen.

Für viele Forscher kommt das Ergebnis tatsächlich eher überraschend – denn viele der Faktoren, die Demenz begünstigen, treten bei den kommenden alternden Generationen eigentlich vermehrt auf - so etwa Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Doch der Einfluss dieser Erkrankungen auf die Rate der Demenzneuerkrankungen ist nicht die einzige Unbekannte im Kampf gegen Demenz: Auch der Einfluss von Gewicht und Bildung gibt den Forschern Rätsel auf.

Einfluss von Bildung und Gewicht bleibt fraglich

Laut der Studie haben Menschen, die im Alter übergewichtig sind, ein geringeres Risiko, Demenz zu bekommen, Untergewichtige hingegen sind besonders gefährdet.

Doch auch das ist nicht ganz so einfach: Denn wer früher einmal, also in der Mitte des Lebens, übergewichtig gewesen sei, erhöhe sein Risiko im Alter an Demenz zu erkranken.

Frühere Studien hatten zudem herausgefunden, dass mehr Bildung Einfluss auf Neuerkrankungen haben könnte - dies könnte das Ergebnis teilweise erklären: 2012 hatten 65-Jährige rund ein Jahr mehr Bildung genossen, als Gleichaltrige im Jahr 2000.

Schon frühere Studienergebnisse hatten vermuten lassen, dass ein besser stimuliertes Gehirn widerstandsfähiger gegen Krankheiten sei.

Bildung sei aber auch mit Wohlstand und damit mit dem generellen Gesundheitszustand einer Person verbunden, erklärte Studienleiter Kenneth Langa.

25 bis 30 Prozent weniger Demenzerkrankungen als 1990

21.000 Amerikaner im Alter von 65 Jahren und älter hatten an der Studie teilgenommen. In den USA erkranken jedes Jahr bis zu fünf Millionen Menschen an Demenz. In Deutschland sind es jährlich etwa 300.000.

Auch wenn der Trend vom Rückgang der Demenzerkrankungen noch nicht wissenschaftlich zu erklären ist: Das Ergebnis der Studie bestätigt das einer Langzeitstudie, die einen Rückgang von 25 bis 30 Prozent der Demenzerkrankungen seit den Neunzigern aufgezeichnet hatte, berichtet die "New York Times".

Was das für die zukünftigen Generationen bedeutet, bleibt fraglich: Die echte Herausforderung sei es nun herauszufinden, warum immer weniger Menschen an Demenz erkranken, sagte Hodes der Nachrichtenseite. Dann könnte die Wissenschaft der Heilung von Demenz einen Schritt weiterkommen.

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