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Henry Kissinger ruft Merkel auf, mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen

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HENRY KISSINGER
Henry Kissinger im April 2016 | ASSOCIATED PRESS
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  • Nach dem Wahlsieg Donald Trumps empfahl der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger den Dialog mit dem künftigen Präsidenten zu suchen
  • Zudem legte Kissinger Deutschland eine größere Rolle in der Welt ans Herz

Mit Blick auf den Wahlsieg von Donald Trump hat der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger Deutschland zu mehr Verantwortung in der Welt aufgerufen.

"Meine Generation hat sich an ein dominantes Amerika gewöhnt, vor allem Deutschland hat beim großen Verbündeten Schutz gesucht. Das war bequem, wird sich aber ändern", sagte Kissinger "Zeit Online".

Deutschland müsse nach Trumps Sieg mehr tun. "Jetzt muss die Bundesregierung nur definieren, was das heißt. Man wird ja keine Führungsnation, indem man sagt, man sei eine. Man wird es, indem man etwas tut, dem andere folgen."

Deutschland sei "jetzt frei von Fesseln"

Deutschland müsse seine Rolle finden, das werde ein Prozess der Selbsterziehung sein, sagte der Amerikaner. "Deutschland muss sich jetzt fragen: Was wollen wir für die Welt? Wie Amerika übrigens auch." Kissinger empfahl Europa, den Dialog mit Trump zu suchen.

Der 93-Jährige sagte: "Im Kaiserreich fühlte es sich belagert, unter Versailles diskriminiert, unter Hitler dominant und nach dem Krieg schuldig. Nie war eine Partnerschaft auf Augenhöhe möglich, aber Deutschland hat diese Albträume hinter sich gelassen, ist jetzt frei von Fesseln." Kissinger unterstrich: "Es gibt niemanden, der besser ausgerüstet wäre, mit dieser Freiheit gut umzugehen als Angela Merkel, die in Ostdeutschland gelebt und den Kommunismus erlebt hat."

"Wahlkampf ist nicht Regieren"

Der 1923 in Fürth geborene Kissinger war zwischen 1973 und 1977 Außenminister unter Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford.

Kissinger hatte Trump nach dessen Sieg getroffen und mit ihm über Fragen der Weltpolitik gesprochen. Der Politikveteran warnte davor, den designierten Präsidenten allzu wörtlich zu nehmen, etwa bei dessen Ankündigungen zu Syrien: "Wahlkampf ist nicht Regieren."

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