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Diese Grafik zur Erderwärmung sollte uns alle beunruhigen

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MEERESEIS
Dieses Schaubild zur jährlichen Meereseisfläche sollte uns alle beunruhigen | Twitter/ NSIDC
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  • Die Meereseisfläche fällt 2016 deutlich kleiner aus, als in den Jahren zuvor
  • Die dramatische Entwicklung zeigt eine aktuelle Grafik des amerikanischen Informationszentrums für Schnee und Eis (NSIDC)
  • Auch andere langfristige Symptome der Erderwärmung brechen 2016 alle Rekorde

Ein Schaubild das die weltweite Menge an Meereseis der letzten Jahre aufzeigt, sorgt im Netz für Aufruhr.

Die Grafik, die inzwischen tausendfach auf Twitter geteilt wurde, zeigt den dramatischen Einbruch der Meereseisfläche in diesem Jahr auf.

Sie stammt vom amerikanischen Informationszentrum für Schnee und Eis (NSIDC) - und bestätigt einen UN-Bericht von Mitte November über weltweit deutlich verkleinerte Meereseisflächen.

Laut den Daten des Instituts hat sich die Meereseisfläche in diesem Winter lediglich um 378.000 Quadratmeter ausgeweitet - das wäre gerade Mal ein Drittel der durchschnittlichen Fläche der Jahre 1981 bis 2010.

Meereseisfläche hat sich 2016 dramatisch verkleinert

Auf dem Schaubild ist dieser Einbruch klar zu erkennen. Peter Wadhams, Leiter der Gruppe für Polarmeere und Physik an der renommierten Cambridge Universität analysierte die Grafik im Auftrag der britischen Zeitung "The Independent".

"Indem die Eisfläche schrumpft, verändert sich auch die Albedo - und somit die solare Rückstrahlung der Erde im All". Als Reaktion darauf absorbiert die Erde wiederum selbst Strahlungen, die die Erde weiter erwärmten, erklärt der Physiker.

Die Albedo ist ein Maß für die Helligkeit eines Körpers - Eis hat deshalb eine besonders große Albedo. Je heller ein Körper ist, desto mehr von der einfallenden Sonnenstrahlung wird reflektiert. Wenn die Meereseisfläche kleiner wird, bleiben Flächen übrig, die weitaus mehr Sonnenlicht aufnehmen können und zu weiterer Erwärmung beitragen.

Mit anderen Worten: Je mehr Eis schmilzt, desto schneller erwärmt sich auch die Erde weiter.

"Die Lösung? Wir müssen den Kohlendioxidausstoß reduzieren"

"Die einzige sichere Möglichkeit, das Schmelzen der Meereseisflächen zu stoppen, ist den Klimawandel zu stoppen - und das geht nur indem wir unseren Kohlendioxidausstoß reduzieren", sagt Wadhams im Interview.

Das laufende Jahr dürfte nach Einschätzung von UN-Wetterexperten einen neuen Wärmerekord brechen: 2016 ist nach Angaben von UN-Wetterexperten das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die globalen Temperaturen erreichen nach einer aktuellen Schätzung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) im Schnitt etwa 14,88 Grad Celsius. Damit liegen sie ungefähr 1,2 Grad Celsius über dem Niveau des vorindustriellen Zeitalters, wie die WMO Mitte November in Marrakesch berichtete.

Langfristige Symptome der Erderwärumg brechen 2016 alle Rekorde

Auch langfristige Symptome der Erderwärmung brechen laut WMO neue Rekorde. Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre liegt so hoch wie lange nicht.

Auch der UN-Bericht zeigte: Das Meereseis in der Arktis war auch in den kalten Monaten nicht mehr so ausgedehnt und mächtig, und Grönlands Eisschild schmolz früh und stark. El Niño trieb zudem die Temperatur der Ozeane in die Höhe, was Schäden an Korallenriffen verstärkte und die Meeresspiegel stärker als gewöhnlich steigen ließ.

In Russlands arktischen Regionen lagen die Temperaturen laut WMO 6 bis 7 Grad Celsius über dem längerfristigen Durchschnitt. "Wir messen Temperaturrekorde normalerweise in Bruchteilen eines Grad", erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

"Das hier ist etwas ganz anderes." Zudem habe der Klimawandel dafür gesorgt, dass extreme Wetterereignisse häufiger vorkommen und schwerere Verwüstungen anrichten. Taalas nannte unter anderen Flutwellen, Überschwemmungen und tropische Zyklone.

Mit Material der dpa

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(lp)