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Bericht zeigt, wie brutal die Attacke auf zehn Polizisten in Düren wirklich war

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POLIZEI DEUTSCHLAND
Dean Mouhtaropoulos via Getty Images
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Nach der Eskalation um ein Knöllchen in Düren macht ein Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums das Ausmaß der Gewalt gegen zehn Polizisten deutlich. Darüber berichtet "Focus Online".

Einem 37-jährigen Polizisten sei eine Augenhöhle zertrümmert worden, heißt es in einem Bericht, der auf Antrag der FDP herausgegeben wurde. Ein 27-Jähriger nahm den Polizisten offenbar in den Schwitzkasten – und schlug daraufhin mit Fäusten und einem Radmutterschlüssel auf ihn ein.

15-Jähriger schlug Kommissar-Anwärterin mit der Faust ins Gesicht

Polizisten hätten Angreifer nur mit Einsatz von Pfefferspray von dem schwer verletzten Kollegen abbringen können. Der Polizist werde nach der Operation sein Augenlicht wohl behalten, heißt es darin. Der Angreifer soll gleich fünf Beamte verletzt haben, bevor er festgenommen werden konnte.

Auch die zwei jüngeren Söhne (22 und 15 Jahre) sollen massiv mit Faustschlägen auf die Polizisten losgegangen sein. Der 15-Jährige soll nach bisherigen Erkenntnissen einer Kommissar-Anwärterin "im Vorbeirennen" unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" handelt es sich bei den Angreifern um Mitglieder eines Familienclans mit türkischem Migrationshintergrund.

Angreifer sprach von "seiner Straße"

Auslöser für die Angriffe vor über einer Woche war Ärger um Knöllchen wegen Falschparkens. In "seiner Straße" habe der Mitarbeiter des Ordnungsamtes keine Verwarnung zu schreiben, soll der 46-jährige Familienvater gesagt haben.

Dabei sie das Fahrzeug des 46-jährigen späteren Angreifers ordnungsgemäß abgestellt gewesen, heißt es in dem Bericht. Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes verteilte lediglich in der Straße Strafzettel, in der der Familienvater lebt.

Obwohl der Mann gar kein Knöllchen bekommen hätte, bedrohte er den Ordnungsamt-Mitarbeiter. "Massive Konsequenzen für Leib und Leben" seien angekündigt worden, so der Bericht.

Nachdem der Ordnungsamt-Mitarbeiter geflohen war und die Polizei gerufen hatte, eskalierte die Situation schnell. Die eingetroffenen Beamten seien erst beleidigt, dann attackiert worden. Die Lage sei "dynamisch, unübersichtlich und von hoher Aggressivität geprägt" gewesen, heißt es in dem Bericht.

Söhne werden mit internationalem Haftbefehl gesucht

Nachdem sich die Lage vor Ort beruhigt hatte, soll die Ehefrau des 46-Jährigen den Ordnungsamt-Mitarbeiter erneut bedroht haben. Sie kündigte "lautstark Rache an seiner Familie" an, heißt es in dem Bericht. Dass die Polizei die Drohung mithörte, soll ihr nichts ausgemacht haben.

Die 27 und 46 Jahre alten Männer wurden später festgenommen. Sie hätten bei der Festnahme am Mittwochmorgen keinen Widerstand geleistet, teilte die Polizei mit.

Nach zwei weiteren Söhnen werde weiterhin mit internationalem Heftbefehl gesucht, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Nach Angaben der FDP-Fraktion von Mittwoch ist die Attacke am heutigen Donnerstag Thema im Innenausschuss des Landtags.

Mit Material der dpa

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