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CDU-Vize Klöckner: "Wir müssen uns intensiver auf üble Bot-Attacken im Wahlkampf einstellen"

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KLCKNER
ullstein bild via Getty Images
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  • CDU-Vize Julia Klöckner warnt vor Bot-Angriffen im Wahlkampf 2017
  • Sie fordert soziale Netzwerke auf, Hassbotschaften schneller zu löschen

In den Parteien wächst die Sorge vor Einflussnahme auf die Bundestagswahl 2017 durch Falschmeldungen und Bot-Angriffen.

CDU-Vize Julia Klöckner hat ihre Partei angesichts des beginnenden Wahlkampfs dazu aufgerufen, sich darauf intensiver einzustellen.

"Der Ton im Netz wird rauer, offene Anfeindungen sind keine Seltenheit. Dass auch Bots, also automatisierte Profile, inzwischen verstärkt für üble Attacken genutzt werden, verschärft die Situation inzwischen", sagte sie der Huffington Post. "Im Vorfeld der Bundestagswahl müssen wir uns erstmals intensiver darauf einstellen."

Welche Macht Bot-Netze und gefälschte Nachrichten entfalten können, wurde bei der US-Wahl deutlich. Kanzlerin Merkel sagte dazu am heutigen Mittwoch bei einer Erklärung im Bundestag: "Fake-Seiten und Bots können Meinungsbilder verfälschen. Durch Algorithmen werden bestimmte Meinungen verstärkt."

Auch der Umgang mit Hasskommentaren wird in der Partei diskutiert.

"Wer mir ein Bild mit einer Guillotine sendet, muss wissen, dass ich sowas auch an die Polizei weitergebe"

Klöckner rät der CDU, diejenigen auch mal links liegen zu lassen, die nur auf Hetze aus sind und nicht auf eine sachliche Auseinandersetzung. "Trotzdem sollten wir auch die Betreiber der sozialen Netzwerke in die Pflicht nehmen: Sie müssen konsequent durchgreifen gegen Hetze und Beleidigung, müssen Hassbotschaften auch rascher löschen, als das bislang der Fall ist", sagte Klöckner.

Sie persönlich mache gar die Personen und Posts öffentlich, die absolut daneben sind. "Wer mir ein Bild mit einer Guillotine sendet, muss wissen, dass ich darüber auch rede und sowas auch an die Polizei weitergebe."

Der ehemalige Ministerpräsident Sachsens Kurt Biedenkopf beschreibt den Ton in den sozialen Medien gar als Problem für die Nachfolgesuche in der Partei. "Manche scheuen die gewachsene Last der Verantwortung, die zunehmende Unübersichtlichkeit und die Auswirkungen der sozialen Medien, sagte er im HuffPost-Gespräch. "Früher wurde man auch in den Medien angegriffen. Aber offen und innerhalb respektierter Grenzen. Die gehen inzwischen in der Anonymität der sozialen Medien verloren."

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(mf)