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Spanier simuliert mehrmals Ermordung des Königs – jetzt drohen ihm neun Jahre Haft

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FELIPE VI JUNE 2014
König Felipe VI. in den Straßen Madrids im Juli 2014 | Eloy Alonso / Reuters
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  • Ein Spanier hat mehrmals Attentate auf den spanischen König nachgestellt
  • Laut eigenen Aussagen wollte er damit Sicherheitslücken aufdecken
  • In Madrid wurde er nun angeklagt - ihm drohen neun Jahre Haft

In den vergangenen Jahren hatte sich der Spanier Santiago Sánchez auf einem ebenso bizarren wie eigenwilligen Feldzug begeben: Er hatte minutiös Attentate auf berühmte Persönlichkeiten nachgestellt. Vergangene Woche wurde ihm in Madrid der Prozess gemacht.

Mit seinen Simulationen wollte er laut eigenen Aussagen die Sicherheitsbehörden aufrütteln und zeigen, wie leicht es beispielsweise sei, den spanischen König zu erschießen, berichtet die Tageszeitung "Frankfurter Rundschau".

Von einem Hotelzimmer aus zielte er auf den König

Das letzte Mal hatte Sánchez im Juni 2014 ein Attentat geprobt, dem Tag der Ernennung Felipes VI.. Im Hotel Villa Real, direkt gegenüber dem spanischen Parlament, reservierte er ein Zimmer.

Von dort aus hätte er einen guten Winkel zum Schuss auf den König gehabt, sagte Sánchez am Donnerstag der Netzzeitung "El Confidencial", aus der die "Frankfurter Rundschau" zitiert.

"Die Waffen hatte ich in einem Koffer, sie waren vollkommen real. Und damit bin ich durch alle Polizeikontrollen gekommen", schilderte er sein Vorgehen.

Allerdings richtete er keine Waffe auf Felipe, als der einen offenen Rolls Royce vor dem Parlament bestieg, sondern eine Kamera, die einem Gewehr mit Zielfernrohr ähnelte. Niemand in der Menschenmenge fiel die vermeintliche Bedrohung auf.

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Im Fadenkreuz von Sánchez

Laut eigenen Aussagen hätte Sánchez den König bei sechs Gelegenheiten erschießen können, auf den Vater und Vorgänger Juan Carlos habe er gar zwölf Mal gezielt. Auch auf Fußballer simulierte er Attentate.

Abgedrückt hat Sánchez nie, fünf Mal hat er sich bei seinen Simulationen auch gefilmt, um die Sicherheitslücken zu dokumentieren. Den letzten Film nannte er "Der Tag, an dem ich Felipe VI ermorden konnte".

Die Videos veröffentlichte er auf einem Blog, auf Youtube und auf Twitter, berichtet die spanische Tageszeitung "El País". Darin sind die vermeintlichen Opfer von Sánchez zu sehen – hinter der Silhouette eines Fadenkreuzes.

Illegaler Waffen- und Munitionsbesitz

Erst im Sommer 2014 wurde die Polizei auf den Spanier aufmerksam. Die spanischen Behörden verklagten Sánchez wegen illegaler Waffen- und Munitionsbesitz statt.

In seinem Haus fand die Polizei zahlreiche Imitate, aber auch echte Waffen. Vor Gericht beteuerte Sánchez: Seine einzige Absicht sei es gewesen, zu zeigen, wie leicht die spanische Regierung angreifbar sei.

Auch wenn Sánchez nie jemanden verletzt hat, nimmt die Staatsanwaltschaft den Mann und seine Aktionen sehr ernst. Neun Jahre Haft hat sie gefordert. Das Urteil wird diese Woche gefällt.

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