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In diesem Unternehmen beginnt der Arbeitstag exakt um 9.06 Uhr - das hat erstaunliche Folgen

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Pivotal im Silicon Valley ist ein ungewöhnliches Unternehmen. Denn: Hier fangen die Angestellten jeden Tag zu einer sonderbaren Uhrzeit an zu arbeiten. Bei der Software-Firma beginnt der Arbeitstag exakt um 9.06 Uhr.

“Warum genau 9.06 Uhr?”, werdet ihr euch nun fragen. Nun: Der Gründer und Geschäftsführer Rob Mee ist der Überzeugung, dass seine Mitarbeiter so maximal effizient sein können.

“Ich stellte fest, dass die Programmierer gerne erst um 10 Uhr bei der Arbeit auftauchen, wenn man ihnen die Entscheidung selbst überlässt”, sagte Mee dem Sender BBC.

"9.06 Uhr macht die ganze Sache amüsant"

“Wir dachten, wenn wir sie um 9 Uhr beginnen lassen, werden sich die Entwickler sagen: ‘Wenn ich kurz nach neun komme, ist das auch nicht so schlimm’. Also zogen wir 9.05 Uhr in Erwägung, doch das ist zu präzise und Programmierer mögen es nicht, wenn man Dinge übermäßig optimiert.”

Schließlich sei die Entscheidung auf 9.06 Uhr gefallen. “Das macht die ganze Sache amüsant.” Um Punkt 9.06 Uhr findet jeden Morgen ein 10-minütiges-Meeting mit allen statt, erst dann starten die Angestellten mit der Arbeit an ihren Computern.

Als Anreiz, pünktlich zu sein, bietet Pivotal für alle Mitarbeiter ein kostenloses Frühstück an - das um 9.06 Uhr endet.

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Auch das hat Mee nicht aus komplett selbstlosen Gründen eingeführt. “Wenn die Programmierer früher um 10 Uhr in die Arbeit kamen, hatten sie meistens noch nichts gegessen. Deswegen waren sie um 11 Uhr hungrig und aßen viel zu früh zu Mittag”, sagte er BBC. “Dann hatten sie einen sehr langen Nachmittag ohne Pause vor sich. Das ist nicht sehr effizient.”

"Programmierer arbeiten nicht gut, wenn sie zu müde sind"

Die außergewöhnlichen Arbeitszeiten gehen aber noch weiter. Auch der Arbeitsschluss ist genau festgelegt. Das Startup achtet darauf, dass um 18 Uhr alle Mitarbeiter nach Hause gehen. “Programmierer arbeiten nicht gut, wenn sie zu müde sind”, sagte Mee dem Sender. “Deswegen wollen wir nicht, dass sie bis spät in die Nacht bleiben.”

Mee ist nicht der erste Geschäftsmann, der seinen ganz eigenen Ansatz für das Konzept Work-Life-Ballance hat. So verkürzte die britische Marketing-Firma Agent die tägliche Arbeitszeit von acht auf sechs Stunden. Vorbild dafür ist ein Modell, das derzeit in Skandinavien getestet wird.

Dieser Text erschien ursprünglich in der Huffington Post UK und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

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(glm)