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Selbstverteidigungskurs gegen Kopftuch-Angriffe: So bereiten sich amerikanische Muslimas auf die Trump-Präsidentschaft vor

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MUSLIM WOMAN USA
So bereiten sich amerikanische Muslimas nach Trumps Sieg auf Angriffe vor | Sandy Huffaker / Reuters
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  • Die Zahl der Hassangriffe auf Muslime ist seit der Wahl Trumps stark gestiegen
  • Die Amerikanerin Zaineb Abdulla gibt nun spezielle Selbstverteidigungskurse für Muslimas
  • Darin geht es vor allem darum, Kopftuch-Angriffe erfolgreich abwehren zu können

Die Amerikanerin Zaineb Abdulla gibt Selbstverteidigungskurse für Frauen in Chicago. Ihre Kurse bekommen nach der Wahl Donald Trumps traurige Relevanz für amerikanische Muslimas.

Denn: Seit der Wahl Donald Trumps vor rund zwei Wochen ist die Anzahl der hassmotivierten Übergriffe auf Muslime in den USA dramatisch gestiegen – wir berichteten hier.

Muslimas berichten von Kopftuch-Attacken

Muslimas sind dabei von ganz speziellen Angriffen betroffen: Etliche Frauen berichteten auf Social Media davon, das Kopftuch vom Kopf gerissen bekommen zu haben – oftmals auf offener Straße.

Dabei ist Trump, der mit islamophoben und frauenfeindlichen Parolen Wahlkampf gemacht hatte, noch nicht einmal im Amt.

Die Amerikanerin Zaineb Abdulla motiviert nun andere amerikanische Muslimas, sich nicht einschüchtern zu lassen. Seit mehreren Jahren gibt sie in Chicago Selbstverteidigungskurse für Frauen - unter anderem bietet sie spezielle Kurse für Gehörlose und Muslimas an.

Letztere sind seit der Wahl Trumps besonders gefragt, berichtet die amerikanische Nachrichtenseite "The Washington Post". Am Morgen nach der Wahl hätten mehrere muslimische Frauen Abdulla angerufen, um Selbstverteidiungstechniken speziell für Kopftuch-Angriffe zu lernen.

Hassangriff-Überlebenskurs für Muslimas

Keine Woche später habe sie bereits eine Gruppe Muslimas in einem speziellen "Hass-Angriff-Überlebenskurs" für das Worst-Case-Szenario trainiert, berichtet die junge Frau im Interview mit der Nachrichtenseite. "Das gibt uns Selbstbewusstsein", erklärte Abdulla im Interview mit "The Washington Post".

Neben Handgriffen teilt Abdulla in ihren Übungsklassen auch Tipps darüber, wie die Frauen Hassangriffe melden können - und wie man als Beobachter eines Angriffs reagieren kann.

Sie wolle Frauen dabei helfen, sich darüber im Klaren zu werden, dass "wenn dich jemand angreift, du die Fähigkeiten und das Recht darauf hast, dich zu wehren", sagt die 24-Jährige.

Video zeigt Handgriff gegen Kopftuch-Angriffe

Um noch mehr Menschen erreichen zu können, postete die junge Frau zudem ein Video auf Facebook, das Muslimas einen speziellen Griff für Kopftuch-Angriffe beibringen soll.

Zum Thema: Diese Grafik sollte jeder kennen, der mit einem Islam-Hasser konfrontiert wird

"Lerne, dich selbst zu verteidigen, gegen die Fanatiker, die dir dein Kopftuch vom Kopf reissen wollen!", schreibt die junge Frau darunter. "Übe diesen Handgriff so lange, bis dein Körper ihn auswendig kann".

Und damit hat Abdulla wohl einen Nerv getroffen: Das Video wurde mittlerweile über 3,5 Millionen Mal angeklickt und 57.000 Mal geteilt.

Mehr Angriffe auf Muslime gab es nur nach 9/11

"Ich habe viele Nachrichten von Frauen bekommen, die geschrieben haben, dass sie dachten, es gäbe keine Möglichkeit sich zu wehren", erklärte Abdulla im Interview mit der amerikanischen Nachrichtenseite. Für den kommenden Monat plant die junge Frau weitere Kurse für Muslimas.

Ein FBI-Bericht hatte vergangene Woche einen Anstieg der Hassverbrechen gegen Muslime von 67 Prozent innerhalb eines Jahres aufgezeigt - von von 154 Angriffen im Jahr 2014 auf 257 im Jahr 2015.

Mehr Übergriffe auf Muslime in den USA gab es lediglich im Jahr 2001 - nach den Terroranschlägen vom 11. September.

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(ks)