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"Hart aber fair": Künasts Belehrungen bringen Frank Plasberg auf die Palme

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RENATE KUENAST
Die Grüne Renate Künast und Innenminister Thomas de Maiziere bei "Hart aber fair" | ARD Mediathek
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Werden wir emotional immer kälter? In einem Bankautomatenraum in Essen bricht ein 82-jähriger Mann zusammen und liegt hilflos auf dem Boden. Die Kameras zeichnen auf, wie vier Menschen über ihn hinwegsteigen, ohne zu helfen. Polizisten werden bespuckt und angegriffen, ein Knöllchen führt zu einer Massenschlägerei, Gaffer blockieren Feuerwehrleute.

"Hassen, Pöbeln, Gaffen - wie verroht ist unsere Gesellschaft?", fragte Frank Plasberg seine Gäste. Zu einer echten Debatte kam es in dieser "Hart aber fair"-Sendung nicht, da sich natürlich alle einig waren, wie schlimm die Situation sei.

Für Abwechslung sorgten aber die Scharmützel zwischen dem Moderator und der Grünen Renate Künast. Die sieht das Problem in der Gier: "Die Leute sagen: Die Banken scheffeln Millionen, in Unternehmen geschehen Fehler und trotzdem gibt es Millionen-Boni."

Die Statistik zeigt einen Rückgang der Gewalt

Innenminister Thomas de Maizière kontert mit einer hochgezogenen Augenbraue: "Weil es Steuerhinterziehung gibt, darf ich Polizisten verprügeln?"

In einem Einspieler wird die grausame Tat von Hameln geschildert: Ein Mann bindet die Mutter seines Sohnes am Hals an die Anhängerkupplung seines Autos und schleift sie durch die Straßen - das Kind sitzt auf dem Beifahrersitz.

Mehr zum Thema: "Deutsche Polizisten beleidigt": Bei "Maischberger" gerät Künast in Bedrängnis

Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat dazu erstmal Beruhigendes zu berichten. Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der vollendeten Tötungen um 40 Prozent zurückgegangen. Auch unter männlichen ausländischen Jugendlichen werde der Anteil mit Macho-Einstellung geringer. Die Gewaltbereitschaft gehe zurück, je jünger die Menschen sind.

Den Begriff "Ehrenmorde" will Künast nicht hören

Es gebe aber Teilbereiche in Einwanderergruppen, in denen alte Machostrukturen lebendig seien. "Denken sie an Ehrenmorde."

An dieser Stelle erhebt die Grüne Künast den moralischen Zeigefinger. "Wir wollen aber nicht 'Ehrenmord' sagen!“ Sie möchte nicht die Sprache der Täter übernehmen.

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Der Kriminologe schaut kurz verdutzt und fährt weiter in seinen Ausführungen. Doch Plasberg scheinen die Belehrungen von Künast keine Ruhe zu lassen.

"Frau Künast, woher kommt eigentlich dieser belehrende Ton? Den kenne ich nur von meiner Grundschullehrerin, die sagt: 'Wir wollen aber nicht das Pausenbrot schon essen!‘"

"So habe ich das nicht gemeint", sagt Künast leicht zerknirscht.

"Bullenklatschen als Hobby"

Später geraten der Moderator und die Grüne wieder aneinander. Als es um Übergriffe gegen Polizisten geht, erinnert er sie an ihre linke Vergangenheit - als sie in Gorleben in der "Republik Freies Wendland" gelebt habe. Da habe ja "Bullenklatschen als Hobby" gezählt.

Künast verteidigt sich: "Das war Umweltschutz - das war weder rechts noch links! Wir haben eine Republik, von der wir meinten, dass sie legal ist, gegründet." Mit Bullenklatschen habe dies nichts zu tun gehabt. Sie habe sie auch mal das Brandenburger Tor geblockt, um gegen Autoverkehr zu protestierten - und sich ganz friedlich wegtragen lassen.

"War auch ne kleine Nötigung", wirft der Innenminister von der Seite trocken ein. Touché.

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