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Wolfgang Bosbach: Mit seiner Familie spricht er kaum über seine Krebserkrankung

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Wolfgang Bosbach und seine Ehefrau Sabine im November 2016 bei einer Veranstaltung in Köln

Im Jahr 2010 machte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (64) seine Krebserkrankung in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz öffentlich. Der 64-Jährige geht in den Medien offen damit um, auch in seiner Biografie "Wolfgang Bosbach: Jetzt erst recht!" wird darüber erzählt. Doch privat sieht das etwas anders aus: Mit seiner Familie werde nur selten über den Krebs gesprochen. Wie er im Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag" erklärt hat, "möchte ich nicht, dass die familiäre Atmosphäre mit Gesprächen über meine Krankheit belastet wird".

Schließlich sei er "nur sehr selten zu Hause". Vor wenigen Wochen habe er sich einer Operation unterzogen, "dann sage ich der Familie natürlich auch den Grund", erzählt Bosbach weiter. Warum er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht habe, erklärte er auch: "weil sonst die Spekulationen wild ins Kraut geschossen wären". Er habe zum Beispiel bei einer Strahlentherapie häufig mit anderen Patienten im Wartezimmer gesessen und sei dann gefragt worden, was ihm fehle. "Was soll ich denn dann sagen?", so Bosbach. Um diesen Spekulationen vorzubeugen, habe er lieber selbst gesagt, "was Sache ist. Dann weiß ich auch, dass es stimmt".

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"Das tut mir heute in der Seele weh"

Der 64-Jährige ist nach wie vor politisch aktiv. Allerdings bereut es der CDU-Bundestagsabgeordnete, seine Familie für die Politik vernachlässigt zu haben. Er habe bei seinen drei Töchtern "viel zu viel verpasst", sagte er der "BamS". "Und das tut mir heute in der Seele weh." Er hat auch einen Rat parat: "Wir Politiker sollten uns nicht wichtiger nehmen, als wir tatsächlich sind. [...] Verantwortung haben wir aber nicht nur gegenüber unserem Land, auch und gerade gegenüber unseren Familien."