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Eine Unternehmerin erklärt: An diesen fünf Fragen erkennt ihr, ob ihr kurz vor einem Burnout steht

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BURNOUT
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Ein Burnout entsteht langsam und im Hintergrund, sodass Betroffene es meist erst sehr spät bemerken. Häufig fängt alles mit sehr positiven Erfahrungen an: Man beginnt einen neuen Job, ist vielbeschäftigt und erfolgreich.

Überstunden sind selbstverständlich und Schlafmangel schon fast ein Statussymbol. Die Überarbeitung passt auch irgendwie zu diesem modernen Lifestyle, gehört längst zum guten Ton.

Alles ist gut und aufregend, bis es irgendwann nicht mehr geht. Hohe Produktivität weicht extremer Erschöpfung, manchmal Depression. Entscheidungen zu treffen, fällt immer schwerer.

Und Kreativität oder gar Innovation gehören der Vergangenheit an.

Wie ein Burnout entsteht

Wenn es zu einer solchen Phase kommt, steht ein Burnout oft kurz bevor. Es entsteht, wenn wir unsere eigene Erwartungshaltung an eine Situation nicht mehr erfüllen können. Zum Beispiel, wenn wir die hohe Geschwindigkeit und Belastung im Job nicht mehr so leicht wegstecken, wie noch vor ein paar Monaten, weil unsere Energiereserven schlichtweg aufgebraucht sind.

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Leura Fine, die erfolgreiche Geschäftsführerin der Online-Einrichtungs-Website Laurel & Wolf, hat genau das in ihrem ersten Jahr als Gründerin erlebt. Sie kennt die Vorstellung, dass das Startup-Leben ein Marathon und kein Sprint ist, doch sie hat auch die Realität erlebt: Nämlich, dass der Marathon wie ein Sprint gelaufen wird.

In einem Artikel für "Inc.com" erklärt sie, wie sie es schafft, der Burnout-Falle immer wieder zu entkommen und woran man erkennt, dass man kurz davor steht, hineinzutappen. Dafür hat sie fünf Fragestellungen entwickelt:

1. Wann hast du das letzte Mal Sport getrieben?

Diese Frage ist ein ziemlich guter Indikator dafür, ob du deine eigenen Bedürfnisse ernst genug nimmst. "Ich glaube, ich war im ersten Jahr von Laurel & Wolf nicht ein einziges Mal im Fitnessstudio", schreibt Fine.

Es sei einfach unmöglich gewesen, die Zeit dafür zu finden. Doch gerade Sport kann helfen, negative Emotionen und Stress abzubauen. "Es hilft mir, meinen Kopf klar und fokussiert zu halten", schreibt Fine.

2. Nimmst du regelmäßige Mahlzeiten zu dir?

Das Frühstück lässt du ausfallen und Mittagessen gibt es erst am Nachmittag? Kommt dir das bekannt vor? Auch diese Angewohnheit ist ein Anzeichen dafür, dass du deine körperlichen Bedürfnisse nicht so wichtig nimmst wie deine Arbeit.

Doch auf Dauer ist das nicht nur ungesund, sondern auch kontraproduktiv: "Regelmäßige Mahlzeiten sind entscheidend, um den Körper mit den Nährstoffen zu versorgen, die er braucht, um Brainstorming-Sessions und schwierige Entscheidungen meistern zu können", schreibt Fine.

3. Ist dein Smartphone zu einem weiteren Körperteil geworden?

Schaffst du es an Wochenenden, mindestens vier Stunden am Stück die Finger von deinen Arbeitsmails zu lassen? Oder ist das Gefühl, etwas wichtiges zu verpassen, inzwischen allgegenwärtig geworden? Gerade für Menschen, die viel Verantwortung tragen, ist es schwer, vollkommen loszulassen.

Aber es ist wichtig: "Du kannst deine geistigen Batterien nicht aufladen und deinen Kopf frei bekommen, wenn du dich die ganze Zeit an Mails, Chats und Slacks beteiligst", schreibt Fine.

4. Wann hast du das letzte Mal Zeit mit Freunden und Familie verbracht?

Wer viel arbeitet, hat ganz automatisch wenig zeit für Freizeitaktivitäten. Hinzu kommt, dass die Erschöpfung häufig so groß ist, dass es uns schwerfällt, mit Freunden und Familie Zeit zu verbringen und stattdessen lieber alleine auf dem Sofa versinken.

Wenn dieses Verhalten allerdings Überhand nimmt, solltest du gewarnt sein: "Unter Freunden und in der echten Welt geerdet zu sein, ist außerordentlich wichtig für die geistige Stabilität und die Fähigkeit, Probleme im Job lösen zu können", schreibt Fine.

5. Wann hast du das letzte Mal etwas getan, das du wirklich liebst?

Schon klar. Wenn du es nicht schaffst, regelmäßig zu essen oder Sport zu treiben, wirkt diese Frage fast zynisch. Aber sie hat ihre Berechtigung. Denk dran: "Diesen Funken und diese Begeisterung immer wieder zu finden, ist genau das, was du brauchst, um deine Kreativität und Problemlöse-Fähigkeit aufrecht zu erhalten", schreibt Fine.

Und nicht zuletzt hilft es, sich regelmäßig bewusst zu machen, dass die eigenen Bedürfnisse und Wünsche auch wichtig sind. Wenn wir am Ende unserer Kraft sind, können wir im Job schlichtweg nicht gut sein. Gute Führungskräfte erkennen das und geben ihren Mitarbeitern - und sich selbst - genug Raum für ein gesundes Privatleben.

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(lp)