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Horror-Fahrt von Hameln: 5 schockierende Fakten über den Fall

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  • Eine Frau ist in der niedersächsischen Stadt Hameln mit einem Seil um den Hals hinter einem Auto hergezogen und lebensgefährlich verletzt worden
  • Immer mehr schockierende Details der grausamen Tat kommen ans Licht
  • Eine Zusammenfassung seht ihr oben im Video

Ein Mann bindet der Mutter des gemeinsamen Kindes einen Strick um den Hals, knotet das Seil ans Auto, fährt los und schleift das Opfer hinterher.

Das Verbrechen hat die kleine Stadt Hameln in Niedersachsen zutiefst erschüttert.

Der Ablauf der Ereignisse ist mittlerweile bekannt: Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hat ein 38-Jährige der Frau am frühen Sonntagabend im Hamelner Stadtzentrum ein etwa fingerdickes Seil um den Hals gebunden und den Strick dann an die Anhängerkupplung eines Auto geknotet.

Dann ist er losgefahren und hat die Frau hinter sich her geschleift, bis sich das Seil löste. Passanten entdeckten daraufhin die verletzte Frau, der Fahrer stellt sich unmittelbar danach der Polizei.

Nach und nach werden mehr Details der blutigen Tat bekannt. Hier sind die schockierendsten Fakten:

1. Es war eine 250 Meter lange Horror-Fahrt

Rund 250 Meter dauerte die schreckliche Fahrt der Frau über Asphalt und Kopfsteinpflaster.

Das Seil habe sich dann während der Fahrt vom Auto gelöst. "Unklar ist noch, ob es gerissen ist oder ob sich der Knoten gelockert hat", sagte der Polizeisprecher Jens Petersen.

Die 28-Jährige jedenfalls blieb auf dem Gehweg liegen. Sie war lebensgefährlich verletzt.

2. Die Frau liegt im Koma

Augenzeugen berichteten laut der "Deister- und Weserzeitung", die Frau sei blutüberströmt gewesen und habe noch immer das Seil um den Hals gehabt.

Ein Notarztfahrzeug und zwei Rettungswagen der Feuerwehr rückten an. Teams versorgten die Schwerverletzte und brachten sie dann mit Blaulicht und Sirene ins Krankenhaus.

Nach einer ersten Notoperation im Hamelner Krankenhaus wurde das Opfer mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen und dort erneut operiert. Die Frau liege im Koma und schwebe weiterhin in akuter Lebensgefahr, sagte Petersen am Nachmittag.

3. Augenzeugen berichten von Stichverletzungen

Die verletzte Frau habe auch Stickverletzungen erlitten, berichteten Augenzeugen gegenüber der "Deister- und Weserzeitung“.

Auch die "Bild"-Zeitung berichtet, der Täter habe zuerst zweimal auf das Opfer eingestochen. Die Polizei kommentierte dies wegen der laufenden Ermittlungen nicht.

Als "reine Gerüchte" wies Sprecher Petersen dagegen Darstellungen in sozialen Netzwerken zurück, es habe eine Schießerei gegeben.

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4. Es war eine Beziehungstat

Der Hintergrund des Verbrechens liegt noch im Dunkeln. Bisher habe der Verdächtige aber weder nach seiner Festnahme noch während weiterer Vernehmungen am Montag irgendwelche Angaben gemacht.

"Wir gehen aber von einer Beziehungstat aus", sagte Petersen.

Nach Erkenntnissen der Polizei hatten Opfer und Täter in der Vergangenheit eine persönliche Beziehung. Es gebe auch ein gemeinsames Kind, sagte Sprecher Petersen. Sie seien aber nach deutschem Recht nicht verheiratet gewesen.

Laut Informationen der "Bild"-Zeitung habe die Frau ihren Mann verlassen und sei mit ihrer Mutter nach Hameln gezogen. Der Vater habe sich geweigert, Unterhalt zu zahlen. Am Donnerstag soll er außerdem die Mutter seines Kindes am Telefon bedroht haben.

Am Sonntagabend soll der Streit schließlich eskaliert sein und mit der grausamen Fahrt durch die Innenstadt geendet haben.

5. Die Polizei befürchtet Racheakte

Die Gewalt in Hameln könnte noch nicht ausgestanden sein. Die Polizei befürchte mögliche Racheakte und habe nach der Tat "Schutzmaßnahmen" ergriffen, sagte Petersen. Es habe aber bis zum Montagnachmittag aber keinerlei Vorfälle gegeben haben.

Der Mann und die Frau seien beide deutsche Staatsangehörige kurdischer Abstammung und gehörten zu verschiedenen Großfamilien, sagte Petersen.

Der 38-Jährige sollte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover noch am Montag dem Haftrichter beim Amtsgericht Hameln vorgeführt werden.

Mit Material der dpa

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