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So bereiteten sich Kinder einst auf Weihnachten vor

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ADVENT CALENDAR CHILD
Der Adventskalender und der Adventskranz ĂŒberbrĂŒcken die Zeit bis Weihnachten | Rebecca Nelson via Getty Images
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  • Erste VorlĂ€ufer des Adventskalenders wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt
  • Adventskalender dienen der familiĂ€ren Vorbereitung auf das Weihnachtsfest
  • Der erste gedruckte Adventskalender erschien im Jahr 1904

Die Adventszeit kennt vermutlich jedes Kind. Sie beginnt mit dem ersten Adventssonntag und endet an Heilig Abend, dem 24. Dezember. Gerade die letzten 24 Tage vor Weihnachten sind fĂŒr Kinder besonders schön. Dem Adventskalender sei dank.

Doch wĂ€hrend der Advent seit langer Zeit zur Tradition gehört, sind viele der begleitenden Symbole, wie beispielsweise der Adventskranz und der Adventskalender, ĂŒberraschend jung. Ein Blick in die Geschichte lohnt sich - auch als Inspiration fĂŒr den eigenen Adventskalender.

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So entstand die Idee des Adventkalenders

Denn auch im 19. Jahrhundert bereiteten sich Christen nicht nur in der Kirche, sondern auch zuhause in der Familie auf die Feiertage vor. Eltern und Kinder beteten und sangen gemeinsam.

Viele BrĂ€uche entstanden vor allem fĂŒr Kinder, um ihnen die Bedeutung des Advents begreifbar zu machen - und natĂŒrlich um die Wartezeit auf das Christkind zu verschönern. Manche Familien hĂ€ngten beispielsweise weihnachtliche Bilder an Fenster und WĂ€nde.

Andere pflegten den Brauch, Kreidestriche auf Holz zu malen, die von den Kindern jeden Tag weggewischt wurden. Weitere VorlÀufer des Adventskalenders waren kleine Abrisskalender, Adventsuhren und Himmelsleitern.

Manche legten auch jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe, um so das Bett fĂŒr das Christkind vorzubereiten.

ZunĂ€chst gab es Klebebildchen statt TĂŒrchen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschien schließlich der erste gedruckte Adventskalender nach einer Idee von Gerhard Lang. Als Beilage der Zeitung "Neuen Tagblatts" erschien 1904 in Stuttgart der erste Weihnachtskalender mit dem Namen "Im Lande des Christkinds".

Dieser Kalender bestand aus zwei Bögen – einem mit Bildern zum Ausschneiden und einem mit Zahlen und Versen. Jeden Tag durften Kinder ein neues Bild ausschneiden und in ein Album kleben und dazu ein Weihnachts-Verschen aufsagen.

Es heißt, als Inspiration diente Lang der Adventskalender seiner Mutter, die kleine Wiebele auf den hausgemachten Adventskalender genĂ€ht hatte.

advent calendar

Auf den gedruckten Kalender folgten Schoko-Adventskalender

Ab 1908 druckte Lang seinen Weihnachtskalender in der Reichholdschen Kunstanstalt, deren Teilhaber er war. Danach entstanden immer neue Varianten des Kalenders. Zum Beispiel mit TĂŒrchen zum Öffnen und zum FĂŒllen mit Schokolade.

Das Projekt war Ă€ußerst erfolgreich und im bereits im Jahr 1920 war der Adventskalender ĂŒber Deutschland hinaus bekannt. Der Zweite Weltkrieg setzte dem Höhenflug jedoch ein jĂ€hes Ende. Erst in den 1950er-Jahren konnte der Adventskalender erneut an seine Erfolge anknĂŒpfen.

Übrigens: Wisst ihr, wie der Adventskranz entstanden ist?

advent wreath
Wie viele AdventsbrÀuche entstand der Adventskranz im 19. Jahrhundert

Zur selben Zeit wie der Adventskalender kam ĂŒbrigens auch die Idee fĂŒr den ersten Adventskranz auf. Diesen soll beispielsweise ein Hamburger Theologe erst im 19. Jahrhundert kreiert haben. Sein Name war Johann Hinrich Wichern. Er leitete dort ab 1833 das "Rauhe Haus", eine Einrichtung fĂŒr sozial benachteiligte Kinder.

Um den Kindern die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest zu verkĂŒrzen, hatte er die Idee, an jedem Tag im Advent eine kleine rote Kerze anzuzĂŒnden – an den Adventssonntagen kam eine große weiße hinzu.

Wieso heißt es eigentlich Advent?

Doch der Adventskalender und AdventskrĂ€nze subd nicht das einzige, womit man sich rund um Weihnachten nĂ€her beschĂ€ftigen kann. Wisst ihr zum Beispiel, woher der Begriff Advent kommt? Aus dem Lateinisch. "Adventus" heißt zu deutsch Ankunft. Es wird also auf die Ankunft des Herrn gewartet.

Gleichzeitig beginnt mit dem ersten Advent auch ein neues Kirchenjahr in der katholischen und evangelischen Liturgie. Und nicht immer war diese Zeit so sĂŒĂŸ und voller leckerer Versuchungen wie jetzt.

Weihnachten wurde einst gefastet

Denn bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts galt die Vorweihnachtszeit, traditionell von 11. November bis 6. Januar, als Fastenzeit. Sie war eine so genannte "geschlossene Zeit", wĂ€hrend der keine großen Feste gefeiert und nicht geheiratet werden durfte.

Diese Regelung galt vorrangig fĂŒr die katholische Kirche. Seit 1917 ist das Adventsfasten allerdings nicht mehr Teil des katholischen Kirchenrechts.

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