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Präsidentschafts-Vorwahl in Frankreich: Sarkozy geschlagen, Juppé und Fillon gehen in die Stichwahl

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JUPP FILLON
François Fillon (Mitte) und Alain Juppé (ganz rechts) während eines Auftrittes ihrer Partei im September 2011 | GERARD JULIEN via Getty Images
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  • Frankreichs Konservativen suchen einen Kandidaten, der die Rechtspopulistin Marine Le Pen schlagen kann
  • Erstmals lässt Frankreichs bürgerliche Rechte alle Anhänger über die Präsidentschaftskandidatur abstimmen

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen hat der frühere Regierungschef François Fillon nach ersten Teilergebnissen deutlich die Nase vorn.

Nach Auszählung von rund 92 Prozent der über 3,8 Millionen Stimmen kam Fillon auf 44,2 Prozent, Juppé auf 28,4 Prozent. Nicolas Sarkozylandete mit 20,7 Prozent abgeschlagen auf Platz drei. Das Endergebnis wurde für den heutigen Montag erwartet.

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Sarkozy räumte seine seine Niederlage ein und kündigte zugleich an, sich aus der Politik zurückzuziehen. "Es ist mir nicht gelungen, eine Mehrheit der Wähler zu überzeugen", sagte Sarkozy am Sonntagabend. Er gratulierte Fillon und Juppé zum Einzug in die entscheidende Stichwahl. Er selbst werde bei der zweiten Runde am kommenden Sonntag für Fillon stimmen.

Die Organisatoren sprachen am Sonntag von einer vergleichsweise starken Beteiligung an der ersten Runde der Vorwahl, an der alle Anhänger der bürgerlichen Rechten teilnehmen konnten. Insgesamt beteiligten sich etwa 4 Millionen Wähler an der Vorwahl.

Stichwahl am 27. November

Wenn wie erwartet keiner der sieben Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, entscheidet eine Stichwahl am kommenden Sonntag.

Die Entscheidung ist eine wichtige Weichenstellung für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr: Gesucht wird ein Kandidat, der gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen gewinnen kann. Umfragen lassen ein Duell zwischen der Front-National-Chefin und dem konservativen Bewerber erwarten. Ob der angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande erneut antritt, ist unklar.

Sehr unterschiedliche Linie der Kandidaten

Es ist das erste Mal, dass die Konservativen ihren Bewerber für den Élyséepalast mit einer Vorwahl küren. In Umfragen hatte lange Zeit der frühere Premierminister Juppé (71) vorne gelegen, gefolgt von Ex-Staatschef Sarkozy (61). Doch in den letzten Tagen konnte Sarkozys früherer Regierungschef François Fillon deutlich aufholen. Experten äußerten Zweivel an der Aussagekraft der Prognosen.

Die Kandidaten stehen für sehr unterschiedliche Linien. Während Sarkozy nach den Terroranschlägen als Hardliner in der Sicherheitspolitik auftritt und offensiv Themen des Front National besetzt, steht Juppé für eine gemäßigtere Linie und will damit auch die Mitte erreichen.

An der Vorwahl konnte jeder Franzose teilnehmen, der im Wählerregister steht und sich per Unterschrift zur bürgerlichen Rechten bekennt. Solère hatte als Ziel ausgegeben, ebenso viele Wähler zu mobilisieren wie die Sozialisten bei ihrer Vorwahl 2011. Damals hatten im ersten Wahlgang rund 2,7 Millionen Menschen abgestimmt.

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(bp)