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"Merkel tritt also wieder an. Na, und?" - So reagiert die Opposition

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FDP SPD
Christian Lindner (FDP) und Ralf Stegner (SPD) | Getty/dpa
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  • Kanzlerin Angela Merkel habe lange überlegt, ob sie erneut kandidieren werde
  • Das steht mittlerweile fest - die Opposition reagierte größtenteils kampfesmutig auf die Ankündigung

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Entscheidung über die erneute Kandidatur für den CDU-Vorsitz und für das Kanzleramt nicht leicht gefallen.

Wie ein führendes CDU-Mitglied der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag mitteilte, habe Merkel in der Vorstandsklausur am Nachmittag erklärt, sie habe "Stunden über Stunden darüber nachgedacht". Deutschland und die CDU hätten ihr viel gegeben. Das wolle sie zurückgeben - "auch in einem nicht einfachen Wahlkampf".

Mehr zum Thema: Entscheidung gefallen: Merkel tritt wieder an - für CDU-Vorsitz und Kanzleramt

Dieser wurde mit der Entscheidung Merkels endgültig eingeleitet, wie die ersten Reaktionen auf die Ankündigung zeigen.

Die Grünen kündigen harten Wahlkampf an

Die Grünen haben bereits einen harten Wahlkampf gegen Merkel und die Union angekündigt. "Wir freuen uns auf eine harte politische Auseinandersetzung, in der wir zeigen werden, wie wirksamer Klimaschutz und gesellschaftlicher Zusammenhalt funktionieren können", sagte Grünen-Chef Cem Özdemir der "Rheinischen Post".

Klar sein müsse: "Es geht in diesem Wahlkampf auch grundsätzlich darum, anständig miteinander umzugehen und Polemik und Hetze echte Inhalte entgegenzusetzen."

Fraktionschef Anton Hofreiter sagte dem "Handelsblatt": "Ich bin mal sehr gespannt, wie Angela Merkel ihren eigenen Laden zusammenhalten will." Die CSU rücke ja immer wieder deutlich von ihr ab.

"Wir werden Frau Merkel mit Blick auf die Wahl 2017 für das kritisieren, was ihre Regierung unterlassen oder falsch gesteuert hat." Nötig sei etwa konsequenter Klimaschutz, so Hofreiter.

Stegner: "Merkel tritt wieder an. Na und?"

Ralf Stegner, stellvertretender Parteivorsitzender der SPD, reagierte via Twitter ganz gelassen: "Merkel tritt also wieder an. Na, und?"

Stegner fügte dann wenige Minuten später hinzu: "Angela Merkel tritt als Spitzenkandidatin für CDZ/CSZ Christlich Demokratische/Soziale Zwietracht an. Weder unterschätzen noch überbewerten."

Die Linken prophezeien Stillstand

Die Linken sagen für den Fall einer weiteren Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel Stillstand in Deutschland voraus. "Die erneute Kandidatur von Angela Merkel ist ein Signal dafür, dass sich nichts im Land ändern soll", sagte Parteichef Bernd Riexinger am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Es droht erneut eine große Koalition und damit ein 'Weiter so' der Politik der sozialen Spaltung." Die CDU habe aber keinen Grund, schon zu siegesgewiss zu sein. "Eine Kandidatur von Frau Merkel ist noch keine gewonnene Wahl", sagte Riexinger.

Lindner: "Union zieht ihren letzten Trumpf"

Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich kritisch geäußert. "Die Union zieht ihren letzten Trumpf und weiß nicht, ob er noch sticht", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Denn mit dem Gewicht von Frau Merkel auf der Weltbühne wäre sie sicher eine gute UN-Generalsekretärin, aber ihre deutsche Innenpolitik als Kanzlerin ist leider angegrünt."

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(mf)