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Heftige Angriffe auf Aleppo: Medizinische Versorgung brach zusammen, Dutzende Tote

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ALEPPO HOSPITAL
Ein zerstörter Krankenwagen im Westen Aleppos | Ammar Abdullah / Reuters
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  • Die tagelangen Angriffe auf Krankenhäuser in Aleppo haben die medizinische Infrastruktur in der syrischen Großstadt lahmgelegt
  • Für einen neuen Vorschlag zur Befriedung bekam der UN-Vermittler einen Korb aus Damaskus.

Die heftigsten Angriffe des syrischen Regimes auf Aleppo seit Wochen haben viele Menschen getötet und zu einem Kollaps der medizinische Versorgung in den Rebellengebieten geführt.

Alle größeren Krankenhäuser im Ostteil der umkämpften nordsyrischen Stadt seien zwischenzeitlich außer Betrieb gewesen, berichtete die Union of Syrian Medical Organizations (UOSSM). Zudem starben am Wochenende mehr als 40 Zivilisten durch Gewalt von beiden Seiten. Unter den Toten waren auch mindestens 12 Kinder.

Acht Kinder wurden durch Granaten getötet, die von Aufständischen am Sonntag abgefeuert wurden und eine Schule im vom Regime gehaltenen Westen der Stadt trafen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

In der Nacht zum Sonntag starben sechs Mitglieder einer Familie, als Helikopter des Assad-Regimes geächtete Fassbomben über den rebellenkontrollierten Ostteil der Stadt abwarfen - dort kamen vier Kinder ums Leben.

Vier Krankenhäuser mussten geschlossen werden

Bereits am Freitag waren UOSSM zufolge vier Krankenhäuser nach schweren Luftschlägen geschlossen worden. Unter den Kliniken sei auch die letzte noch funktionierende Kinderklinik im Osten Aleppos gewesen, die schon in den Tagen zuvor Ziel von Bombardements war. Die USA verurteilten die Attacken.

Aleppo gilt als eines der wichtigsten Schlachtfelder in Syrien und Symbol des verheerenden Bürgerkrieges.

UN-Vermittler Staffan de Mistura scheiterte bei der Regierung in Damaskus nach Aussage von Außenminister Walid al-Moallem mit einem Plan, den Osten Aleppos unter Selbstverwaltung zu stellen.

Dieser Vorschlag sei "komplett zurückgewiesen" worden, sagte Al-Moallem der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge am Sonntag.

Humanitäre Hilfe ist praktisch unmöglich.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte vor dem kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur in Aleppo. Wenn das Stromnetz nicht mehr funktioniere, sei auch die Wasserversorgung betroffen, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit, Christof Johnen, dem Berliner "Tagesspiegel". In Folge könnte auch das Abwassersystem versagen.

"Das kann der Auftakt zu fatalen Abwärtsspiralen sein, die das gesamte Versorgungssystem einer Großstadt wie Aleppo gefährden", sagte Johnen. Die humanitäre Hilfe ist nach seinen Worten wegen fehlender Sicherheitsgarantien praktisch unmöglich.

Die Menschenrechtsbeobachter berichteten, dass kurdische Einheiten bei ihrer Offensive auf die inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Al-Rakka, Fortschritte machten und den Ort Tel Saman etwa 30 Kilometer nördlich eingenommen hätten.

Bewohner Al-Rakkas berichteten, die Dschihadisten seien deswegen in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft übergegangen. Bei einem der Luftschläge des Bündnisses nördlich von Al-Rakka wurden der Beobachtungsstelle zufolge am Samstag sieben Zivilisten getötet. Medizinische Quellen in der IS-Hochburg hatten von 20 Getöteten berichtet.

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(bp)