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Kampf gegen Fake-News: Facebook-Chef Zuckerberg enthüllt überraschend 7-Punkte-Plan

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MARK ZUCKERBERG
Zuckerberg veröffentlicht überraschend 7-Punkte-Plan im Kampf gegen Fake-News bei Facebook | dpa
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In der Debatte um weit verbreitete Falschmeldungen bei Facebook und deren mögliche Auswirkungen auf die politischen Ansichten der User hat sich Marc Zuckerberg in der Nacht zum Samstag (deutscher Zeit) überraschend zu Wort gemeldet.

Der Facebook-Chef veröffentlichte auf seiner Facebookseite eine Art 7-Punkte-Plan im Kampf gegen Fake-News auf der Online-Plattform.

Normalerweise veröffentliche er keine Details über laufende Projekte bei Facebook, schreibt Zuckerberg. Doch aufgrund der Tragweite und des hohen User-Interesses an dem Thema wolle er einige Projekte nennen, an denen das Unternehmen gerade arbeite.

Zuckerberg listet sieben Vorhaben des Online-Giganten auf:

  • Eine effizientere Erkennung von Falschmeldungen

Zuckerberg schreibt hierzu: "Die wichtigste Sache, die wir machen können, ist es, unsere Fähigkeit, Falschinformationen zu erkennen, zu verbessern. Das bedeutet: Bessere technische Systeme, die noch vor dem User selbst erkennen, was er als Falschmeldung kennzeichnen würde."

  • Einfachere Melde-Funktionen für die User

Den Nutzern soll es viel einfacher gemacht werden, falsche Artikel zu melden. Facebook soll es dadurch möglich sein, Fehlinformationen schneller zu entdecken.

  • Prüfungen von Meldungen durch Dritt-Parteien

"Es gibt viele angesehene Organisationen, die Fakten überprüfen. Während wir schon manche kontaktiert haben, planen wir noch von vielen weiteren zu lernen", so der Facebook-Chef.

  • Die Einführung von Warnsystemen bei Artikeln

Zuckerberg sagt, es werde bereits getestet, dass Artikel von Dritten als Falschmeldungen gekennzeichnet werden können, sodass eine Warnung erscheint, wenn sie gelesen oder geteilt werden.

  • Die Verbesserung der Qualität empfohlener Artikel

Die Qualität bei der Empfehlung von Artikeln zu verwandten Themen soll laut Zuckerberg angehoben werden.

  • Die Sprengung der Fake-News-Ökonomie

"Jede Menge Fehlinformationen kommen von finanziell angetriebenen Spam-Meldungen. Wir prüfen, wie diese Ökonomie durch Richtlinien in der Werbung zersprengt werden kann", erklärt der Facebook-Chef.

  • Ständiges Lernen von Journalisten, vor allem zum Thema Fakten-Check

Zu diesem Punkt schreibt Zuckerberg: "Wir werden weiterhin mit Journalisten und anderen aus der Branche zusammenarbeiten, um von ihnen Input zu erhalten. Vor allem, um ihre Methoden besser zu verstehen, wie sie Fakten checken und um von ihnen zu lernen."

Zuckerberg: "Wir nehmen uns selbst in die Pflicht"

Zuckerberg schreibt weiter: "Einige dieser Ideen werden gut funktionieren, andere nicht. Ich will aber, dass ihr wisst, dass wir das Thema immer ernst genommen haben. Wir wissen, wie wichtig unserer Community dieses Thema ist und wir nehmen uns selbst in die Pflicht, das hinzubekommen."

Facebook war im US-Wahlkampf vorgeworfen worden, das Online-Netzwerk habe zu wenig gegen die Ausbreitung gefälschter Nachrichten-Artikel unternommen.

Mehr zum Thema: Edward Snowden warnt vor Falschmeldungen bei Facebook

Die angeblichen Berichte gossen meist Wasser auf die Mühlen des republikanischen Präsidentschaftsanwärters Donald Trump. So hieß es zum Beispiel, der Papst habe dessen Kandidatur unterstützt.

Facebook ist für viele Mitglieder zu einer zentralen Nachrichtenquelle geworden. "Wenn etwas in sozialen Medien kursiert, glauben die Menschen daran", betonte Präsident Barack Obama kurz vor der Wahl.

Zuckerberg vergangene Woche: Fake-News machen nur geringen Teil der Inhalte aus

Zuckerberg hatte kürzlich noch bezweifelt, dass Falschmeldungen bei Facebook den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA mitentschieden hätten.

"Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten", sagte Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz "Techonomy" in Kalifornien in der Nacht zum Freitag.

Umso überraschender jetzt der Vorstoß des Facebook-Chefs. Hier könnt ihr Zuckerbergs vollständigen Facebook-Post lesen:

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