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Warum auf dieser Südseeinsel Trumps größte Lüge entlarvt werden könnte

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TRUMP FIDSCHI
Die Tokoriki Insel ist nur wenige Flugminuten von der Hauptinsel der Fidschi-Gruppe, Viti Levu, entfernt | HuffPost
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Donald Trumps Meinung zum Klimawandel ist eindeutig. Der künftige US-Präsident leugnet die Erderwärmung nicht nur - er bezeichnete den faktischen weltweiten Anstieg der Temperatur gar als "Erfindung der Chinesen" und als "Bullshit".

Die globale Erwärmung sei schlicht ein "totaler und sehr teurer Hoax", also eine Falschmeldung.

Zum Abschluss der zweiwöchigen UN-Klimakonferenz in Marrakesch bat Frank Bainimarama, der Premierminister der Republik Fidschi, Trump eindringlich darum, seine Position bezüglich des Klimawandels zu überdenken: Bainimarama erneuerte sein Angebot an den künftigen Präsidenten nach Fidschi im Südpazifik zu kommen, um dort die Effekte der globalen Erwärmung selbst zu sehen.

Die Republik Fidschi ist ein Inselstaat mit knapp 900.000 Einwohnern und liegt östlich von Australien. Alle Inseln in der Südsee leiden unter der Erderwärmung. So erklärt die Umweltorganisation WWF, dass das "Fidschi-Archipel durch den Klimawandel massiv bedroht" ist. Das sensible Ökosystem der Inseln werde durch den steigenden Meeresspiegel, veränderte Niederschlagsmengen und Sturmfluten bedroht.

Auch die "Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit" (GIZ), die staatliche Organisation für Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik, warnt: Die pazifischen Inselstaaten, darunter auch Fidschi, seien "besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels".

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Eines der von der Erderwärmung verursachten Probleme auf den Fidschi-Insel: Der Anstieg des Meeresspiegels (hier geht es zu einer 360-Grad-Ansicht)

"Der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels, veränderte Niederschlagsmuster, steigende Temperaturen und Versauerung des Ozeans werden diese Risiken in den nächsten Jahrzehnten verstärken", heißt es bei der GIZ weiter.

Erst am Montag teilte die Weltorganisation für Meteorologie mit, 2016 werde wahrscheinlich das heißeste Jahr, das jemals aufgezeichnet wurde. Die globale Temperatur liegt dieses Jahr ungefähr 1,2 Grad Celsius über der Durchschnittstemperatur vor dem Industriezeitalter.

Auch deshalb appellierte Bainimarama eindrücklich an den künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten: "Als der weltweit zweitgrößte Kohlenstoffdioxidemittent sollten die USA Verantwortung für eine gemeinsame Reaktion auf diese Krise übernehmen."

Insbesondere solle Trump Führung in dieser Frage zeigen, "indem er von seiner aktuellen Position ablässt, dass der von Menschen verursachte Klimawandel ein Hoax ist", forderte Bainimarama.

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Durch den Klimawandel treten zunehmend mehr und heftigere Zyklone auf. Das Foto zeigt die Auswirkungen eines solchen tropischen Sturm im Norden der Hauptinsel Viti Levu im Februar 2016

Der fidschianische Premierminister sagte bei seiner Rede am Freitagabend: "Der globale, wissenschaftliche Konsens ist, dass der Klimawandel sehr real ist." Bainimarama schlug Alarm: "Wir müssen weit entschiedener auftreten und die Katastrophe abwenden."

Deshalb wendete sich der Premierminister direkt an die amerikanische Bevölkerung und erinnerte an die Dankbarkeit der Region für die USA nach dem Zweiten Weltkrieg: "Ihr kamt damals um uns zu retten, nun ist es Zeit uns abermals zu retten." Dafür erntete er Beifall, sogar die Mitglieder des US-Außenministeriums applaudierten.

Trump will das Klimaabkommen aufkündigen

Fidschi wird den Vorsitz der kommenden UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn übernehmen. Allerdings ist nach wie vor offen, ob auch die USA daran teilnehmen werden - hatte Trump doch im Wahlkampf angekündigt, das Klimaabkommen aufkündigen zu wollen.

Das glaubt auch Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch im Gespräch mit der Huffington Post: "Das Aussetzen des Klimaabkommens ist die Frucht, die am tiefsten hängt. Also wird er die wohl zuerst pflücken, da hat er alle Republikaner auf seiner Seite."

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(lk)