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Diese unangenehme Frage muss sich Obama über seinen Deutschland-Besuch gefallen lassen

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Diese unangenehme Frage muss sich Obama über seinen Deutschland-Besuch gefallen lassen | AP
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Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, da sagte US-Präsident Barack Obama in Paris: "Der Klimawandel ist ein massives Problem. Es ist ein Generationenproblem".

Die Botschaft war klar: Obama gerierte sich als Schutzpatron der Umwelt.

Doch so grün sich Obama gerne gibt, so fragwürdig ist sein Verhalten im Polit-Alltag. Im Netz gibt es jedenfalls erste Stimmen, die den gigantischen Fuhrpark des US-Präsidenten bei seinem Deutschland-Besuch kritisieren.

Der Tenor: Wer Klimaschutz predigt, muss auch entsprechend vorbildlich handeln.

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(Obamas Präsidenten-Cadillac in Berlin - im Hintergrund das Reichstagsgebäude. Quelle: dpa)

Janko Tietz, Journalist bei "Spiegel Online", kommentierte am Freitagmorgen bei Facebook etwa: "Ein Präsident, der sich ernsthaft Sorgen ums Klima macht und trotzdem an der albernen Tradition festhält, vor Staatsbesuchen den halben White-House-Fuhrpark um die halbe Welt verfrachten zu lassen..."

Tietz fügt an: "Als ob der nicht auch im Auto von Frau Merkel mitfahren könnte. Is ja nun auch kein Dacia." Darunter postete er ein Foto, auf dem eine der Staatskarossen aus der Präsidenten-Flotte in Berlin zu sehen ist.

Die Berliner Polizei kommentierte Obamas Nobel-Karossen-Einfall mit Humor. Am Donnerstag schrieb sie bei Twitter: "Wegen vieler Nachfragen: #thebeast hat keinen TÜV und keine Umweltplakette. Deswegen fahren wir ja auch davor und dahinter."

Mit wie vielen Fahrzeugen der Obama-Stab tatsächlich derzeit in Berlin unterwegs ist, ist nicht bekannt. Einen vagen Eindruck vermittelt jedoch ein Video, das die "Berliner Morgenpost" am Donnerstag auf ihrer Facebookseite veröffentlichte. "So groß war die Obama-Kolonne", kommentierte das Blatt die Aufnahmen vom Großen Stern in Berlin-Mitte.

Darauf zu sehen: 80 Fahrzeuge - oder wie es das Blatt nennt "Beasts". "Sein wöchentlicher CO2-Fußabdruck dürfte dürfte dem jährlichen einer Kleinstadt entsprechen", kommentiert ein Facebook-Nutzer.

Tatsächlich ist die Frage angebracht: Braucht ein Staatspräsident wirklich eine Blech-Armee von mindestens 80 hochmotorisierten Fahrzeugen bei seinen Auslandsbesuchen (die ja im Übrigen auch erst noch über den Atlantik transportiert werden müssen)?

Für den selbsternannten Klima-Schützer Obama dürfte die Antwort eindeutig sein. Eigentlich...

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