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Ein exklusiver Rahmen für ein exklusives Auto: Mercedes stellt Maybach S650 Cabrio vor

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Mercedes-Designchef Gorden Wagener präsentiert das Maybach-Cabriolet

Kurvenreich windet sich der Summit Drive hinauf in die Hügel von Beverly Hills. Hausnummer 1159 ist hell erleuchtet, Scheinwerfer sind auf den Star des Abends gerichtet, Bedienstete wuseln herum, es könnte ein Nachtdreh für einen Hollywood-Streifen sein. Filmreif ist die Szenerie, und 1159 als Haus zu bezeichnen, ist ziemlich despektierlich. Es ist eine Design-Villa im Bauhaus-Stil mit riesigen Glasflächen, eingebettet in einen penibel gepflegten Garten samt Wasserspielen und Swimmingpool. Ein exklusiver Rahmen für ein exklusives Auto - das Mercedes-Benz Maybach S650 Cabriolet. Gut 10.000 Kilometer vom Konzernsitz Stuttgart entfernt, hat Daimler zur Weltpremiere geladen.

Wer 357.000 Euro ausgeben will, muss schnell sein

Reality-Star Kylie Jenner ist auch im Besitz eines Maybach - sehen Sie bei Clipfish wie ihr Schlitten aussieht

"Also mir wäre das hier zu weit ab vom Schuss", erklärt eine Lästerschwester aus dem geladenen Publikum, nicht ohne das größtmögliche Notfallszenario gleich mitzuliefern: "Stell' dir vor, du hast die Milch vergessen. Da bist du bis zum nächsten Supermarkt eine halbe Stunde unterwegs." Das klingt nach neidvoller Ortskenntnis, dennoch lässt sich die Äußerung nicht eindeutig einer Fraktion zuordnen, zu gemischt ist das Publikum: Journalisten aus aller Welt, von Mercedes eingeflogen. Eine etwas wohlhabendere Klientel von Amerikanern, die als Maybach-Käufer in Frage kommen, von Mercedes eingeladen.

Und - überraschend - keine Promis. Dabei wohnt Priscilla Presley gleich nebenan, Witwe des verstorbenen "King of Rock 'n' Roll" Elvis Presley. Auch Will McDonough ist nicht da, aber den kennen in Amerika nur Insider. Dafür ist seine Frau ein Begriff, "Victoria Secret's"-Model Stephanie Clegg. Und erst recht seine beiden Dukatenesel: Will ist Manager von Supermodel Gisele Bündchen und ihrem Mann, Football-Superstar Tom Brady. Warum Will eine Erwähnung wert ist? Nun ja, der Multimillionär mit Trader-Vergangenheit bei Goldman Sachs, erst 36, hat sein nobles Eigenheim für den Abend an Mercedes vermietet.

Tusch, Spots an, Garagentür auf. Der neue Maybach rollt heraus. Die Reden von Nordamerika-Chef Dietmar Exler und Design-Guru Gorden Wagener sind kurz, aber die Liste derer, die das Cabrio haben wollen, ist lang. Sagen die Daimler-Leute. Man muss sich beeilen, wenn man 357.000 Euro ausgeben will. Denn nur 300 Stück werden gebaut, immerhin ist die Mehrwertsteuer im Preis drin. Dafür fährt man in der Liga von Rolls Royce und Bentley, das macht schon etwas her.

Ein Zertifikat mit Zetsche-Autogramm

Rational darf man Raritäten wie das Mercedes-Benz Maybach S650 Cabriolet ohnehin nicht einordnen. Da ist schon ziemlich viel Eitelkeit mit im Spiel. Wer sich das S-Klasse-Cabrio mit dem 6 Liter-Zwölfzylinder Biturbo und allem bestellt, was die Preisliste hergibt, hat auch 630 PS, ist aber schon mit einer Viertelmillion Euro dabei. Allerdings ist er dann nicht "1 of 300", wie beim Maybach-Cabrio dezent auf dem Cupholder, dem Gepäckset im Kofferraum und auf dem Schlüsselanhänger hingewiesen wird.

Er darf sich auch nicht über das Maybach-Logo freuen, das beim Öffnen der Tür auf die Straße projiziert wird, und das auch auf den Kotflügeln oder auf dem Lenkrad zu finden ist. Und schließlich bekommen nur 300 Menschen weltweit ein Zertifikat, auf dem Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche mit seiner Unterschrift höchstpersönlich bestätigt, dass sie jetzt glückliche Maybach-Besitzer sind.

Dass für solche Privilegien 357.000 Euro zu bezahlen sind, die 300-mal genommen einen hübschen Reibach für den Maybach von 107,1 Millionen Euro ergeben? Geschenkt. Für Leute, die ihn sich leisten, ist das in etwa so viel, als würde unsereins 3,60 Euro ausgeben. Ob sie mit ihm auch runter nach Beverly Hills fahren, um Milch zu holen?