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18/11/2016 12:10 CET | Aktualisiert 18/11/2016 13:47 CET

"Kipp-Punkt einer Energierevolution": 45 Länder wollen komplett auf Öl, Kohle und Erdgas verzichten

sky263 via Getty Images
45 Staaten wollen nur noch auf erneuerbare Energien setzen

  • 45 Länder haben beschlossen, komplett auf Öl, Kohle und Erdgas zu verzichten

  • Sie wollen sich nur noch mit erneuerbaren Energiequellen versorgen

  • Der Pakt ist der ambitionierteste Klimaschutzplan der Welt

Es ist ein ambitionierter Pakt. Einer mit Signalwirkung für die globale Klimapolitik: Auf der Uno-Klimakonferenz in Marrakesch haben 45 Staaten beschlossen, komplett auf Öl, Kohle und Erdgas zu verzichten.

Der Zeitplan scheint ambitioniert: Bis 2020 wollen die Staaten ihre Versorgung komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Ob das in drei Jahren gelingt, bleibt abzuwarten.

Die unterzeichnenden Länder sind mehrheitlich Mitglieder des Climate Vulnerable Forums (CVF). Das sind die Staaten, die sich aufgrund ihrer geographischen und wirtschaftlichen Lage und am meisten durch den Klimawandel bedroht fühlen.

Im CVF sind besonders ärmere Länder aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Pazifik-Region vertreten. Darunter sind etwa Kenia, Vietnam, Honduras, Costa Rica und Afghanistan. Das Forum hat sich 2009 gegründet, um Wege gegen den Klimawandel zu finden.

Und jetzt wollen die CVF-Mitglieder und zwei weitere Staaten so bald wie möglich vollständig auf erneuerbare Energien setzen, berichtet "Spiegel Online".

Der Weltwirtschaft nutzt eine geringere Erderwärmung

Ziel sei es, die nationalen Klimaziele bis 2020 besonders auf einen Faktor hin umzusetzen: die globale Erwärmung auf 1,5 Grad auf das Niveau des 19. Jahrhunderts zu drücken.

Das würde auch der Weltwirtschaft nutzen, heißt es vom CVF. Demnach würden Verluste in der Wirtschaft von zwölf Billionen US-Dollar bis 2050 gespart werden können – oder zehn Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung – wenn die Erderwärmung nicht auf ihrem aktuellen Weg von mindestens drei Grad Plus voranschreitet.

Der ehrgeizigste Klimaschutzplan, den es gibt

Das Vorhaben der 45 Länder, dafür nun auf die altbewährten Energiequellen Öl, Kohle und Gas zu verzichten, ist mit Abstand der ehrgeizigste Klimaschutzplan, den es gibt.

Als eine "sehr starke Botschaft" bezeichnete Wael Hmaidan von der Umweltorganisation Climate Action Network den Beschluss. Für meinte Jessy Tolkan vom Umweltnetzwerk Purpose Climate Lab ist es der "Kipppunkt einer Energierevolution". Eine "Ansage ohne Hintertüren", kommentierte die Klimaexpertin von "Brot für die Welt", Sabine Minninger.

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Das Geld für ihr Vorhaben erhalten die Staaten von den Industrienationen. Im Jahr sollen insgesamt 100 Milliarden Dollar für die Entwicklung erneuerbarer Energien an die teilnehmende Länder fließen. Außerdem sollen Unternehmen der Industrieländer Technologien bereitstellen, um die Umsetzung zu ermöglichen.

Deutschland will bis 2020 vier Milliarden Euro pro Jahr in den Klimaschutz stecken

Deutschland hat die finanzielle Unterstützung für den Klimawandel schon um 50 Millionen Euro aufgestockt. Ab 2020 sollen dann insgesamt vier Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung stehen. Was aber von einem der wichtigsten Geldgebern, den USA, unter dem neuen Präsidenten Donald Trump an Unterstützung zu erwarten ist, bleibt abzuwarten.

Trump hatte mehrfach betont, dass er den Klimawandel für einen Schwindel halte. Den Pariser Klimavertrag vom April dieses Jahres wolle er deshalb aufkündigen und entsprechend zugesagte Zahlungen einstellen.

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