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Die Gucci-Geschichte: Wie Geld eine ganze Familie zerstörte

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Patricia Gucci packt über ihre Familiengeschichte aus

Der Name steht für Luxus der feinsten Ausprägung: Das internationale Modelabel Gucci ist ein glamouröser Inbegriff für den Lebensstil der Reichen und Schönen. Dass es auch in dieser Welt zugehen kann wie bei einem bis aufs Blut verfeindeten Mafia-Clan, darüber hat Patricia Gucci (53), die jüngste Tochter des Firmen-Patriarchen Aldo Gucci (1905 - 1990) ein Buch geschrieben. Der Titel: "In Guccis Namen: Eine Familiengeschichte von Liebe und Verrat".

Aldo Gucci war der Sohn des Florentiner Firmengründers Guccio Gucci, der sich als Sattlermeister mit sündhaft teuren Taschen und Koffern aus handgenähtem Leder einen Namen gemacht hatte. Daraus entstand ein Konzern für Damen- und Herrenmode.

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"Die Wurzel allen Übels"

Nach dem Tod des Vaters stritten seine Söhne Aldo, Vasco und Rodolfo erbittert um das Erbe. Aldo machte das Rennen, doch der Familienzwist wurde nie beigelegt, sondern auch auf die Nachkommen übertragen. Auch davon berichtet Patricia Gucci. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gibt sie vor allem dem vielen Geld der Familie Schuld: "Es ist die Wurzel allen Übels."

Patricia Gucci schildert die Verhältnisse, die innerhalb des Clans geherrscht haben: "Schauen Sie sich meine Familie an. Das Geld hat die Söhne meines Vaters gegen ihn aufgebracht, es hat Brüder entzweit. Und Sie wissen sicher, dass ein Cousin von mir von Auftragskillern, die seine Ehefrau geschickte hatte, umgebracht wurde. Ganz allgemein gesprochen: Das Geld hat Strukturen zerstört, das Geld hat alle gegen einander aufgebracht."

Ex-Frau heuert Auftragsmörder an

Die 53-Jährige spricht damit den Mord an Aldos Neffen Maurizio an, der seit 1986 die Firma leitete und mit falschen Investitionen ein Vermögen verlor. 1995 wurde er mit Auftrag seiner Ex-Frau erschossen, angeblich hatte sie Angst, dass Maurizio mit seiner Geliebten das letzte Geld der Guccis durchbringen könnte.

Patricias Vater Aldo Gucci musste noch mit 81 wegen Steuerhinterziehung für vier Monate ins Gefängnis: Einige seiner eigenen vier Kinder hatten ihn angezeigt. Patricia Gucci erinnert sich an einen Besuch im Knast Weihnachten 1986. Der sonst so elegante Vater trug Gefängniskluft: billige Hosen und einen Kapuzenpullover. "Es war eines der unglaublichsten Weihnachtsfeste. Diese einzigartige Verbundenheit unter den Gefangenen und ihren Familien. Mein Vater wurde von den Insassen sehr verehrt. Ich glaube, ich habe ihn niemals mehr geliebt als in diesem Kapuzenpullover."

Seit 2004 gehört Gucci zum französischen Luxuskonzern Kering.